© ORF/Ali Schafler
Video online ab 27.8.2017, 15.50 UhrVideo online ab 27.8.2017, 15.50 Uhr
Im Bild: Karl Markovics, Bibiana Zeller, Aglaia Szyszkowitz
Zuckeroma
So süß der Titel auch klingt: Tiefschwarz und bitterböse ist Ulli und Xaver Schwarzenbergers schwarze Komödie "Zuckeroma".
Der Film erzählt von der vierköpfigen Familie Seeberg, deren Haussegen ab dem Moment schief hängt, als die egomanische Großmutter ins Haus zieht. Das Zusammenleben mit der schwierigen Dame entpuppt sich als alltäglicher Härtetest für die Nerven der gesamten Familie. Bald stellt sich die Frage, wie viel Omama die liebende Verwandtschaft tatsächlich ertragen kann.

Bibiana Zeller: Mit Leidenschaft böse
© ORF/Ali Schafler Im Bild: Bibiana Zeller, Karl Markovics, Aglaia Szyszkowitz
Im Bild: Bibiana Zeller, Karl Markovics, Aglaia Szyszkowitz
"Diese Rolle ist ein Geschenk des Himmels", schwärmte Bibiana Zeller während der Dreharbeiten über ihren Part als "Zuckeroma". Zeller verkörpert in der tiefschwarzen Komödie von Ulli Schwarzenberger eine egomanische alte Frau, die ihre Familie mit Boshaftigkeiten und Ränkespielen in den Wahnsinn treibt. "Obwohl man bei einer Rolle nicht von Geschenk reden kann, weil man sich’s ja selbst erarbeitet hat", meinte Zeller weiter: "Aber so eine Rolle bekommt man nicht jeden Tag angeboten. Ich genieße es sehr.

Mit grauer Perücke und gütigem Lächeln, hinter dem jedoch eine große Portion Zynismus und Durchtriebenheit steckt, macht Bibiana Zeller als "Zuckeroma" ihrer Filmfamilie - Aglaia Szyszkowitz, Karl Markovics, Nora Heschl und Matthias Stein - das Leben schwer. "Ich spiele eine alte, unleidliche und ungeduldige Frau, die ein Problem mit ihrer Tochter hat. Diese war immer ein Vaterkind und die beiden haben sie nie in die Beziehung reingelassen. Sie ist gekränkt und eigentlich nur aus Verzweiflung und Einsamkeit so böse geworden", beschreibt Bibiana Zeller ihre Rolle. "Aber es ist doch eine weit verbreitete Sache in den Familien, dass es wahnsinnige Schwierigkeiten zwischen den Generationen gibt. Warum boomen denn die Altershäuser so? Früher gab es nicht die Möglichkeit, die Alten komplett wegzuschieben und dennoch war es zum Beispiel bei den Bauern Tradition, ihre Alten in das so genannte Austragsstüberl zu verbannen", so Zeller.

Situationen, wie sie jeder kennt
© ORF/Ali Schafler Im Bild:  Karl Markovics, Bibiana Zeller, Aglaia Szyszkowitz
Im Bild: Karl Markovics, Bibiana Zeller, Aglaia Szyszkowitz
"Das Zusammenleben mit der Omama geht natürlich nicht lange gut", erzählt Karl Markovics, der den harmoniesüchtigen und liebevollen Schwiegersohn spielt. "Sie ist ein Mensch, an dem alles abprallt und mit dem man einfach nicht kann. Auch ich nicht, obwohl ich es bin, dessen Idee es war, die arme alte Frau ins Haus zu holen."

Für Markovics ist "Zuckeroma" ein sehr authentischer Film. "Da kommen lauter alltägliche Situationen vor, wie sie sich jeder vorstellen kann bzw. auch persönlich kennt."

Wechselbäder zwischen Bemühen, Aggression und Wut
Für seine Filmehefrau Aglaia Szyszkowitz bringt der Film "alles auf den Punkt". "Ich persönlich kenne auch solche Situationen mit Müttern und Schwiegermüttern, die Wechselbäder zwischen großem Bemühen und großer Aggression und Wut. Die Geschichte ist aus dem Leben gegriffen, auch wenn sie sehr komprimiert schildert, was sicher nicht in 14 Tagen passiert, sondern normalerweise in mehreren Jahren."

Inhalt:

Melanie und Anton Seeberg sind glücklich verheiratet: er erfolgreicher Software-Designer auf dem Sprung ins ganz große Geschäft, sie kochende Hausfrau. Die 16-jährige Tochter Stella geht zur Schule; Sohn Sebastian, 19 Jahre alt, ist Jusstudent. Nur die Omama, Melanies egomanische Mutter, bringt die familiäre Harmonie der Seebergs mitunter durcheinander. Es ist eine kleine, kaum wahrnehmbare Beeinträchtigung, denn die Großmutter lebt seit dem Ableben ihres Mannes in einer exklusiven Seniorenresidenz.

Gerade als die vier sorgenfreien Seebergs auf dem Weg in den wohlverdienten Urlaub nach Korfu sind, ereilt sie die Nachricht vom Schlaganfall der Omama. Sie kehren umgehend nach Wien zurück und beschließen zur unendlichen Erleichterung des entnervten Pflegepersonals, die alte Dame in häusliche Pflege zu nehmen.

So sehr sich die Patientin unter Melanies Pflege und zuckerfreier Diät erholt, so sehr gerät die heile Welt der Seebergs durch ihren alle gegeneinander ausspielenden und aufwiegelnden Egoismus aus den Fugen. Das traute Heim versinkt trotz Melanies immer athletischeren Versuchen, die Konflikte auszugleichen, in Chaos und Zwietracht. Als die Omama dann auch noch Antons geniale neue Software, die der Familie die Umsetzung aller ihrer Lebensträume erlaubt hätte, unwiederbringlich vernichtet und Anton gezeichnet aus dem gemeinsamen Heim auszieht, läuft das Fass endgültig über. Melanie greift zu einer radikalen Gegenmaßnahme.

Besetzung:

Bibiana Zeller Omama Elfriede Hirth, Melanies Mutter
Aglaia Szyszkowitz Melanie Seeberg, Hausfrau
Karl Markovics Anton Seeberg, Melanies Ehemann und Software-Designer
Nora Heschl Stella Seeberg, 16-jährige Tochter und Schülerin
Matthias Stein Sebastian Seeberg, 19-jähriger Sohn und Student
Eugen Stark Ludwig Hirth, Melanies Vater
Ingrid Burkhard Gusti, Omamas Haushälterin
Linde Prelog Bozena Kekic, Haushälterin der Seebergs
Nina Blum Frau Neulinger, Heimleiteri
Stephanie Taussig Ivanka, Kellnerin im Seniorenheim
Wolfgang Gasser Alter Mann am Friedhof
Dagmar Schwarz Frau Dr. Surkes, Ärztin im AKH
u.a.

Sendedaten
Sonntag, 27. August 2017
úm 15.50 Uhr
Wiederholung:
Samstag, 2. September 2017
um 11.25 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Fernsehfilm 2004, Österreich
Regie und Kamera: Xaver Schwarzenberger
Drehbuch: Ulli Schwarzenberger

Mit: Bibiana Zeller, Aglaia Szyszkowitz, Karl Markovics, Nora Heschl, Matthias Stein, Ingrid Burkhard, Nina Blum, u.a.
Thementag
Schwarz & Schräg
24 Stunden Publikumslieblinge aus Österreich, schwarzer Humor und schräge Geschichten!

Sonntag, 27. August 2017 ab 6.10 Uhr
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