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Video online ab 28.12.2017, 9.55 UhrVideo online ab 28.12.2017, 9.55 Uhr
Die Ostküste von Mauritius - kristallklares Wasser, einsame Palmenstrände
Mauritius - Schatzinsel im Indischen Ozean
Wenn draußen vor der Tür die Nasenspitzen gefrieren, sehnen sich bleiche Europäer nach jenen wunderbaren Gefilden, in denen die Welt von Palmenstränden gesäumt ist und man sich auf die Sonne verlassen kann. Der Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit beträgt genau elf Stunden. So lange dauert der Direktflug von Wien nach Mauritius. Eine Insel, inmitten des scheinbar grenzenlosen Indischen Ozeans gelegen und wie geschaffen dafür, als Repräsentant des Paradieses zu agieren.

Weltweit einmalige Tier- und Pflanzenarten
© ORF/Cosmos Factory Der Vulkan Piton de la Fournaise auf La Reunion
Der Vulkan Piton de la Fournaise auf La Reunion
Gemeinsam mit den anderen Inseln der so genannten Maskarenen-Gruppe zeigt Mauritius erst auf den zweiten Blick seine bestechenden Qualitäten: Eine abenteuerliche Vergangenheit, die die Geschichte der Seefahrt und die Eroberung des Indischen Ozeans widerspiegelt, weltweit einmalige Tier- und Pflanzenarten, bezaubernde Naturlandschaften, eine unvergleichliche Vielfalt an Sprachen und Kulturen und einen Fundus an geheimnisvollen Sagen, die sich vorwiegend um eines drehen: um das Leben der Piraten und vergrabene Schätze von unermesslichem Wert.

Schatzsucher kommen hier auf ihre Kosten
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Die Maskarenen - ein Naturwunder im Indischen Ozean
Die Bewohner der Inseln Mauritius, Réunion und Rodrigues sind vom Schatzfieber befallen. Kaum jemand, der nicht zumindest jemanden kennt, der von einem vergrabenen Schatz weiß oder etwa den Teil einer alten Schatzkarte besitzt. Angeblich haben ein paar Glückliche schon etwas gefunden, offizielle Auskünfte darüber gibt es keine. So manche Mauritier hat die verbissene Suche nach vermeintlichen Schätzen in den Ruin gestürzt. Da gibt es beispielsweise den ehrenwerten Mister Hedley Gunness, heute bereits im Pensionsalter. Er unterminiert seit den fünfziger Jahren die Westküste von Mauritius, ohne auch nur eine einzige Münze gefunden zu haben. Oder jene alte Lady und ihr ebenso betagter Kompagnon, die mit verstorbenen Piraten Kontakt aufnehmen und ihr gesamtes Vermögen in die Suche von Schatzkisten investiert haben, von denen die Geister erzählen, sie enthielten die atemberaubende Summe von tausend Millionen Dukaten.

All jene, die so leidenschaftlich nach Gold, Silber und Juwelen suchen, blicken an den tatsächlich vorhandenen Schätzen der Maskarenen vorbei: Auf Réunion gibt es in einem riesigen, einsamen Vulkankrater entlegene Dörfer, die man "Inseln" nennt und in denen die Nachfahren geflüchteter Sklaven leben - ohne Telefon und ohne Straßen. Eine Enklave der Vergangenheit.

Tauben und Papageien, die nirgendwo anders zu finden sind
© ORF/Cosmos Factory Grüner Sittich
Grüner Sittich
In Mauritius findet man hoch oben in den Bergen den letzten ursprünglichen Urwaldflecken im gesamten Indischen Ozean. Dort oben leben bunte Tauben und Papageien, die nirgendwo anders zu finden sind und zu den seltensten Vogelarten der Erde zählen. Der Mauritius-Turmfalke war einst der seltenste Vogel der Welt. Dem beherzten Einsatz eines britischen Biologen, der diesen Schatz in letzter Sekunde wahrgenommen hat, ist es zu verdanken, dass die Mauritius-Turmfalken seit kurzem wieder in größerer Zahl das Land besiedeln. Vom Palmenstrand oder der Hotelbar aus sind die Chancen, dieses Juwel zu erblicken, jedoch beinahe gleich null.

Kalksteinhöhlen auf der kleinen Insel Rodrigues
Was selbst die meisten Bewohner der Maskarenen nicht wissen: Auf der kleinen Insel Rodrigues gibt es ein fantastisches Labyrinth von Kalksteinhöhlen. Die schönste von ihnen haben bisher nur einige Forscher und unser Filmteam betreten und dabei auch Schätze entdeckt: verblichene Reste von Tieren, die schon vor Hunderten Jahren ausgestorben sind - Schildkrötenpanzer und das Skelett eines Laufvogels namens Solitaire. Und am Ende des Ganges einen klaren See, bedeckt mit Kristallplättchen, die im Scheinwerferlicht wie Schneeflocken glitzern.

Ein Schatz, den nur wachsame Reisende entdecken, ist die kulturelle Vielfalt der Maskarenen. Das Amalgam aus Afrika, Indien, China und Europa, der vielstimmige Gesang Dutzender Sprachen, von Französisch über Hindi bis zum Kreol, das Neben- und auch Miteinander von Katholiken, Hindus und Moslems ist ein Gesamtkunstwerk.

Sendedaten
Donnerstag, 28. Dezember 2017
um 9.55 Uhr
Wiederholung:
Mittwoch, 3. Jänner 2018, 6.00 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Ein Film von Harald Pokieser und Manfred Christ, Österreich 2000
Thementag
Traumziele
Jetzt, wenn die Tage so kurz wie sonst nie im Jahr sind, ist die richtige Zeit, von sonnigen Traumorten zu träumen.

Donnerstag, 28. Dezember 2017
ab 6.10 Uhr
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Renaud Van Der Meeren unternimmt mit seinem motorisierten Gleitschirm Expeditionen in die entlegensten Winkel der Erde, um Menschen und Landschaften aus der Luft zu fotografieren. Besonders gerne übt er seinen Beruf auf Mauritius aus, denn nirgends findet er so viele Motive wie auf der "süßesten Perle des Indischen Ozeans".
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