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Dienstag, 20. April
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David Allemond lebt noch heute in den Sümpfen im Süden Louisianas
Am Mississippi (1/3)
Der tiefe Süden
Der Mississippi ist Amerikas großer Strom. "Vater des Wassers" nannten ihn die Ureinwohner des Kontinents. Lange maß man dem "Ol' Man River" keine besondere Bedeutung bei, doch jetzt entdeckt Amerika ihn als Teil seines kulturellen Erbes wieder, als Heimat von Jazz und Blues, Elvis Presley und Mark Twain.
Die dreiteilige Reise auf dem Mississippi und an seinen Ufern entlang vermittelt Geschichten über Menschen, Mythen und Musik. Der erste Teil führt durch den tiefen Süden der USA, von der im Jahr 2005 durch den Wirbelsturm Katrina schwer gebeutelten Metropole New Orleans weiter stromaufwärts in ein Land, das einst von riesigen Plantagen geprägt war.

Die Hütten der Akadier in den Sümpfen des Mississippi LupeDie Hütten der Akadier in den Sümpfen des Mississippi
Der Mississippi bei New OrleansLupeDer Mississippi bei New Orleans

Die Reise beginnt in der märchenhaften Sumpflandschaft, der sogenannten Atchafalayas, im Mündungsgebiet des rund 3.800 Kilometer langen Mississippis. In den heißen Sümpfen von Louisiana, den "Swamps", wimmelt es von Pelikanen, seltenen Seevögeln und Alligatoren. Die Menschen leben auf Hausbooten oder in weit verstreuten Häusern. Dies ist die Heimat der Akadier, wie sich die Nachkommen französischer Einwanderer auch dort nennen. Bis heute halten sie die Kultur und Traditionen ihrer Vorfahren am Leben, vor allem deren Musik, Cajun und Zydeco.

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New Orleans - auch nach der Flutkatastrophe eine Perle am Mississippi
Im Hafen von New Orleans legen nur noch selten Schaufelraddampfer wie die Natchez ab. "The Big Easy", wie die Stadt wegen der lockeren Lebensart ihrer Bewohner auch genannt wird, hat trotz der Verheerungen durch den Wirbelsturm Katrina kaum etwas von ihrer Schönheit und ihrem Charme verloren. Nach Einbruch der Dämmerung hört man vor allem in Vororten wie Tremé bis heute ihren legendären Jazz - oft in versteckten, überfüllten Kneipen. In Orten wie diesen wurde er vor hundert Jahren geboren, hier ist er jung und aufregend geblieben.

Flussaufwärts lädt an vier Sonntagen im Oktober "Angola" zum wildesten Rodeo im Süden der USA. Angola ist eines der größten Gefängnisse der USA, mit über 5.000 zumeist lebenslänglich einsitzenden Häftlingen. Weit über zehntausend Besucher können sich an jedem dieser Wochenenden scheinbar frei in dieser Stadt hinter Gittern bewegen. Gefangene verkaufen an Ständen, was sie in der Haft hergestellt haben, und unterstützen so ihre Angehörigen "draußen". Für die Gefangenen wiegt der Kick, in der tobenden Arena wilde Bullen zu reiten, das Risiko auf, sich dabei schwer zu verletzen.

Stattliche Herrenhäuser ...LupeStattliche Herrenhäuser ...
...und Sklavenhütten am Mississippi Lupe...und Sklavenhütten am Mississippi

Kaum etwas steht mehr für den Geist des "tiefen Südens" als die stattlichen Herrenhäuser aus der Zeit vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Wie Perlen an einer Schnur reihen sich die "Plantations" entlang des Mississippis auf. Sie erinnern nicht nur an Romanfiguren wie Scarlett O'Hara aus "Vom Winde verweht", sondern auch an das Schicksal der Sklaven. So sind in der "Evergreen Plantation" die Hütten der Sklaven und Plantagenarbeiter bis heute beinahe vollständig erhalten geblieben.


Sendedaten
Dienstag, 30. April 2013, 13.15 Uhr
Info
Film von Peter Adler
(Erstsendung: 4.8.2010)
Teil 2
Blues und Baumwollfelder
Teil 3
Von Elvis zu Mark Twain
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