Fünfteilige Dokumentationsreihe
Expedition Erde
Astronaut Thomas Reiter entdeckt unseren Planeten
Thomas Reiter kennen die meisten von seinen Flügen ins All. Schon zweimal war der gebürtige Hesse im Orbit unterwegs. Für die Reihe "Expedition Erde", die sich mit den großen Kräften der Erde beschäftigt, ist er nun zu bemerkenswerten Orten auf unserem Planeten gereist. Obwohl er von je her in luftigen Höhen zuhause war, übte die Erde dabei eine ganz besondere Anziehungskraft auf ihn aus.
Sendedaten
Donnerstag, 21. März 2013,
ab 14.45 Uhr
Info
Expediton Erde: Thomas Reiter bereist unseren Planeten Vulkane gelten allgemein als gefährlich und zerstörerisch. Sie bedrohen den Menschen und seine Habe durch Lavaströme, Ascheregen und giftige Gase. Weniger bekannt ist, dass Vulkane bei der Entstehung des Lebens eine wichtige Rolle spielten. Keine andere Kraft hatte in der Erdgeschichte so großen Anteil an der Gestaltung und Umgestaltung der Welt wie sie.
Neueste Forschung belegt außerdem, dass der Vulkanismus die Erde schon mindestens einmal vor einer weltumspannenden Katastrophe gerettet hat. Der Geologe Paul Hoffman fand in Namibia Hinweise auf eine globale Vereisung des Planeten. Sogar am Äquator gab es Gletscher und Eisberge. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass der gesamte Globus im Schnitt unter einer Kilometer dicken Eisschicht begraben war. Aus dieser frostigen Umklammerung hätte sich die Erde ohne die Aktivität der Vulkane bis heute nicht befreien können. Durch ihren Ausstoß von Kohlendioxid veränderten sie das Klima und tauten den "Kühlschrank Erde" wieder auf.
Die Ozeane der Welt sind fast so alt wie die Erde selbst. Schaut man auf das Meer, kann man einen Blick genießen, der sich seit Milliarden Jahren nicht verändert hat. Aber die Ozeane sind viel mehr als ein uraltes Wasserreservoir: Sie formen und verändern den Planeten. An den Küstenlinien der Erde kann man sehen, wie ihre enormen Kräfte das Land abtragen und so die Form eines jeden Kontinents bestimmen. Die Weltmeere sind für das Klima verantwortlich, und in ihren Tiefen soll sogar das Leben entstanden sein.
Man kann sie weder sehen noch riechen oder schmecken, trotzdem wäre alles Leben auf der Erde ohne sie zum Untergang verurteilt: Die Atmosphäre ist der Schutzschild unseres Heimatplaneten. Sie hüllt den Globus in eine warme, feuchte Schicht, bewahrt uns vor gefährlichen Strahlen aus dem All und hält den Sauerstoff bereit, den wir zum Leben brauchen.
Für viele ist Eis nicht mehr als gefrorenes Wasser - eine fatale Fehleinschätzung. Seit Menschen auf der Erde leben, war Eis die dominante Kraft. Eiszeiten lösten Massensterben aus, und Gletscher gaben den Landschaften, die wir bewohnen, ihre Form. Vermutlich haben die Eismassen sogar mehrfach die Entwicklung des Menschen beeinflusst.
Die Erde hat eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht: Innerhalb von viereinhalb Milliarden Jahren verwandelte sich der Planet von einem leblosen Gesteinsbrocken in eine bunte, vielfältige Welt mit Pflanzen, Tieren und Menschen. Diese Entwicklung geschah keineswegs linear, die Geschichte der Erde ist vielmehr eine Abfolge von Zerstörung und Neuanfang.