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Samstag, 29. November
© dpa Lupe
Marderhund in einem Baumstamm. Der ursprünglich aus Sibirien stammende nächtliche Beutegreifer breitet sich immer mehr aus
Die Rache der Schöpfung (1/3)
Invasion der Exoten
Exotische Tiere und Pflanzen, unerwünschte Eindringlinge, sogenannte Bioinvasoren, reisen als blinde Passagiere auf Schiffen, in Flugzeugen oder anderen Verkehrsmitteln nach Europa ein. Beschleunigt durch weltweiten Handel und Tourismus rollt eine Welle invasiver Spezies somit auch über Deutschland.
Einige vermehren sich explosionsartig und löschen einheimische Arten aus. Ausgeraubte Nester, Federn und Spuren von Verwüstung mehren sich in den Wäldern. Besonders Bodenbrüter sind betroffen. Für Naturschützer ist der ostasiatische Marderhund der Täter. Doch wie ist er nach Deutschland gekommen?

Südamerikanische Nandus bei Utecht südlich von Lübeck © apLupeSüdamerikanische Nandus bei Utecht südlich von Lübeck
Lebt ursprünglich in Asien: die WollhandkrabbeLupeLebt ursprünglich in Asien: die Wollhandkrabbe

Aufregung herrscht ebenso in der Nähe von Lübeck. Südamerikanische Nandus stolzieren dort durch Wiesen und Felder. Einst aus einer Aufzuchtsfarm in Schleswig-Holstein ausgebrochen, haben sich die menschengroßen Straußenvögel in Mecklenburg-Vorpommern breitgemacht. Und etwa 180 Kilometer entfernt trägt der Fischer Christian Köthke seinen täglichen Kampf mit exotischen Einwanderern aus. Die chinesische Wollhandkrabbe tummelt sich bei ihm in den Gewässern. Nichts scheint die gefräßigen kleinen Monster aufhalten zu können. Die Krabbe hat eine enorme Verbreitungsgeschwindigkeit und kommt mittlerweile in ganz Deutschland vor.

Invasive Spezies dringen von allen Seiten nach Europa vor. Wie soll mit dieser Entwicklung umgegangen werden? Über 9.000 Kilometer entfernt, im Inselparadies der Seychellen, wurde ein ganz radikaler Weg eingeschlagen. Hier wird mit eingeschleppten Arten und Fremdlingen kurzer Prozess gemacht. Alles, was nicht hierher gehört, wird gnadenlos ausgerottet, um den Lebensraum für Schildkröten und bedrohte einheimische Vogelarten zu erhalten. Im Rostocker Institut für Biodiversitätsforschung wird dagegen erst einmal genau beobachtet, wer, wann und wie einreist und welche Folgen das für die Umwelt hat. Doch lückenlose Kontrolle ist unmöglich.


Sendedaten
Montag, 20. Oktober 2014, 15.35 Uhr
Wh. 23./24. Oktober 2014, 2.20 Uhr
Info
Film von Johannes Backes und Melanie Jost
(Erstsendung: 14.11.2005)
Info
Die dreiteilige Dokumentationsreihe "Die Rache der Schöpfung" stellt dramatische Umweltveränderungen vor, die sich - ausgelöst durch eine weltweit erhöhte Mobilität - fast unbemerkt seit einigen Jahren ereignen. Aber sie zeigt auch Forscher, die alles dafür tun, eine sich anbahnende Katastrophe zu verhindern - und die retten wollen, was noch zu retten ist. Im ersten Teil geht es um die "Invasion der Exoten".
Teil 2
Untergang der Bienen
Montag, 20. Oktober 2014, 16.15 Uhr
Teil 3
Angriff der Parasiten
Montag, 20. Oktober 2014, 17.00 Uhr