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Dienstag, 20. April
Lupe
Burg Kaub am Rhein, Deutschland - jedes winzige Fleckchen Erde wird zur Besiedelung genutzt
Moderne Zeiten
Teil 4 der Reihe "Wilde alte Welt"
700 Millionen Menschen leben heute in Europa, die meisten in Städten. Jedes Fleckchen Westeuropas ist oder war irgendwann Kulturland. Europa hat das dichteste Straßennetz der Erde. So gut wie alle seine Flüsse sind begradigt und intensiv genutzt, fast alle Küsten verbaut. Und doch zeigt die Wildnis wieder heftigere Lebenszeichen als seit Jahrhunderten: Wildtiere erobern Städte und Ackerland, in ganz Europa entstehen Nationalparks, der Eiserne Vorhang wird vom Todesstreifen zum grünen Korridor.

Auch heute noch echte Wildnis vorhanden
Heute ist Europa ein großteils urbaner Kontinent, fast alles Land ist vom Menschen kontrolliertes Kulturland. Und doch geht es unserem Kontinent ökologisch gesehen besser, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Die Natur Europas hat nicht nur das Industrielle Zeitalter und zwei Weltkriege überstanden, heute geht es ihr besser als noch vor 100 Jahren. Viele Tierarten haben sich unserer Kultur angepasst und profitieren sogar von unserer Allgegenwart. Manche Arten haben wir nach jahrhundertelanger Verfolgung wieder eingebürgert, andere kommen ganz von selbst aus dem ehemaligen Ostblock zurück nach Kerneuropa.


Gewächshäuser von Almeria, Spanien - glitzernde Glasfläche zur Ernteoptimierung so weit das Auge reicht © ORF/Klaus FeichenbergerLupeGewächshäuser, Almeria
Tulpen-Feld, Haarlem, Holland - jeder Quadratmeter wird als Anbaufläche genützt © ORF/Pip LawsonLupeTulpen-Feld, Haarlem
Stahlfabrik, Katowice, Polen - eine Belastung für die Umwelt  © ORF/John BrownLupeStahlfabrik, Katowice


Wie entwickelt sich das Klima weiter?
Wird die Zwischeneiszeit, in der wir heute leben, so uneuropäisch warm, wie sie schon mehrfach war? Oder wird der Golfstrom an der Westküste versiegen und uns in eine neue Eiszeit stürzen? Werden abermals Gletscher das Gesicht Europas dominieren und große Landstriche von neuem verändern? Wir können darüber nur spekulieren. Nur das Rad der Geologie, der Plattentektonik, wird sich weiter unaufhörlich drehen und das Europa, wie wir es heute kennen, verschwinden lassen. In 250 Millionen Jahren wird sich Europa mit Afrika vereinigt haben, das Mittelmeer wird verschwunden sein, und an seiner Stelle wird sich ein mächtiges Gebirge aufgefaltet haben. Und Europa wird nur mehr ein Teil eines einzigen Superkontinents sein, "Pangäa II". Nichts in Europa ist, wie es einst war, und nichts wird sein, wie es heute ist. Die Natur Europas bedeutet ständige Veränderung.

Sendedaten
Dienstag, 18. September 2012
um 16.00 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Reihe
Wilde alte Welt
Eine Naturgeschichte Europas

Dokumentationsreihe in vier Teilen von Klaus Feichtenberger und Walter Köhler, Österreich 2005