Große Teile Europas, das heute 730 Millionen Einwohner zählt, gehören zu den Weltgegenden mit der höchsten Bevölkerungsdichte. Fast alles nutzbare Land ist mehr oder weniger intensiv land- und forstwirtschaftlich oder in anderer Weise tatsächlich genutzt - und das seit vielen Jahrhunderten. So gut wie jeder Quadratmeter Europas unterliegt menschlicher Kontrolle.
Kulturnähe prägt fast die gesamte europäische Fauna und Flora, deren Lebensbedingungen und Verhaltensweisen. Dennoch gibt es bis heute wilde oder zumindest naturnahe Flächen - weiträumig vor allem an der nördlichen Peripherie und in den Gebirgen, kleinräumig aber auch in Form unvermuteter ökologischer Inseln. Viele dieser Gebiete bedürfen des Schutzes gegen die andrängende Zivilisation. In manchen Gegenden aber hat sich das Blatt gewendet, und die Natur holt sich lange verlorenes Terrain zurück. Umgekehrt ist auch die Vielfalt europäischer Kulturen Ausdruck des landschaftlichen Formenreichtums. Diese wechselseitige Beziehung zwischen Kultur und Natur ist eine weitere Besonderheit des europäischen Kontinents.