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Dienstag, 20. April
Lupe
Die hochgesteckten Erwartungen waren für die junge Königin schwer zu erfüllen!
Marie Antoinette
In Frankreich war sie lange eine Fremde: Marie-Antoinette wurde nur "die Österreicherin" genannt. Doch wer weiß schon, dass sie bereits im Alter von 14 Jahren zum Unterpfand einer Verbindung mit geopolitischem Zweck wurde? Kaum dem Kindesalter entwachsen, wurde sie mit dem um ein Jahr älteren introvertierten späteren Ludwig XVI. verheiratet. In aller Öffentlichkeit musste sie sich in sein Bett begeben. Sie wurde ihrer Familie, ihrem Land und ihrer Kultur entrissen. Die Schönheit und Unschuld der jungen Braut bezauberte die Franzosen.

Erst im Leid erfährt man sein wahres Ich
© ORF/ARTE Lupe
Vom Kind zur Königin - ein Leben im goldenen Käfig
Im Kontext solcher Erniedrigungen kam es zu einer ersten Verurteilung der Königin in der berühmten Halsbandaffäre. Sie war das Werk hochrangiger Betrüger und ruinierte den Ruf Marie-Antoinettes endgültig. Der Tod des ersten Thronfolgers, der Sturm auf die Bastille, die Inhaftierung, die Schreckensherrschaft der Jakobiner, ihre in Varènnes vereitelte Flucht, der Krieg gegen Österreich und die Hinrichtung des Königs waren nur weitere Etappen des unausweichlichen Schicksals. Marie-Antoinette übernahm schließlich die Rolle der Königin der Gegenrevolution, der ihrem Mann im gemeinsamen Schicksal treu ergebenen Ehefrau. "Erst im Leid erfährt man sein wahres Ich", schrieb sie, die sich im Angesicht des Todes ihrer eigentlichen Existenz bewusst wurde. Die letzte Königin Frankreichs wurde im Alter von 38 Jahren enthauptet. So ging Marie-Antoinette in die Geschichte ein.

Mythos und Wahrheit
© ORF/ARTE Lupe
Wie alle Habsburger war auch Marie Antoinette ein Familienmensch
Die oft zitierte Äußerung, das hungernde Volk solle mangels Brot doch Kuchen essen, hat sie nie getan. Der Film von David Grubin stellt nicht nur dies richtig, sondern liefert ein interessantes, mit vielen erst heute bekannten Fakten angereichertes Porträt, das auch einen Einblick in das historische Umfeld bietet. Er schildert die Entwicklung eines unbedarften und lebensfrohen Mädchens bis hin zur engagierten Königin, die ihrem Gatten und ihrer Familie bis zum Ende auf der Guillotine zur Seite steht.

Das in dieser Dokumentation gezeichnete Porträt Marie-Antoinettes hat mit den zeitgenössischen Karikaturen nichts gemein. Mythos und Wahrheit werden mit Hilfe von Expertenmeinungen, zahlreichen Illustrationen und einigen nachgestellten Spielszenen lebendig. Deutlich wird, wie eng Leichtigkeit und Tragik beieinander liegen.

Musik:
  • Premier prélude en do majeur du Clavier bien tempéré, Johann Sebastian Bach, interpretiert von Laure Petetin
  • Bastien Bastienne, Wolfgang Amadeus Mozart, interpretiert von Laure Petetin

Sendedaten
Freitag, 26. Oktober 2012
um 6.00 Uhr
Stereo, 16:9
Credits
Spieldokumentation, Kanada/Großbritannien 2005
Regie: David Grubin
Regie Spielszenen: Karim Kadi
Musik: Michael Bacon
Thementag
© ORF Niederösterreichische LandesbibliothekFamilien, Clans und Dynastien
Der österreichische Nationalfeiertag
Freitag, 26. Oktober 2012,
ab 6.00 Uhr
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