Kuba - Juwel der Karibik
Kuba ist nicht nur die größte der Karibischen Inseln, sondern auch jene mit den größten Geheimnissen. Das Hinterland der Hauptstadt Havanna ist noch wild und voller Überraschungen. Zum Beispiel und vor allem im Bereich der Fauna ist Kuba einzigartig.

Die Landung Columbus
© ORF/Mike Potts Mangroven
Mangroven
Der bekannte Teil der kubanischen Geschichte beginnt 1492 mit der Landung Columbus. Sie läutete die spanische Kolonialzeit ein, die das Antlitz des alten Havanna bis jetzt prägt. Für die heutigen, modernen Zeiten stehen Revolution, Kommunismus, das Regime Fidel Castros und zahllose alte "Ami-Schlitten". Jahr für Jahr locken Musik, Tabak und Tropensonne Tausende Touristen aus aller Welt auf die Insel. Doch kaum einem offenbart sich das wilde Kuba jenseits der Strände: eine unbekannte Welt mit einer langen und faszinierenden Geschichte.

Das aggressivste Krokodil der Welt
© ORF/Mike Potts Rautenkrokodil
Rautenkrokodil
Die Korallenriffe vor der Insel sollen die besten Fischgründe in der Karibik sein, denn seit der Revolution im Jahr 1959 sind die Hoheitsgewässer Kubas für die internationalen Fischereiflotten gesperrt. In den glasklaren Gewässern tummeln sich bizarre Rifffische und Haie, die erahnen lassen, wie die gesamte Karibik noch vor relativ kurzer Zeit ausgesehen haben muss.

Doch die Meerestiere sind relativ junge Kubaner, da die heutigen Riffe erst nach Ende der letzten Eiszeit entstanden sind. Während der Eiszeit war ein großer Teil des Wassers auf der Erde in Gletschern eingeschlossen und der Meeresspiegel viel tiefer als heute. Damals war Kuba eine größere und breitere Insel. An Stelle der heutigen Riffe erstreckten sich ausgedehnte Süßwassersümpfe. Hier entwickelte sich vor rund zwei Millionen Jahren das Rautenkrokodil. Diese Panzerechse wird fast vier Meter lang und 130 Kilogramm schwer. Sie hat den Ruf, das aggressivste Krokodil der Welt zu sein, und eine ausgeprägte Vorliebe für Hutiacongas, eine kubanische Baumratte.

Bizarre Vogelwelt
© ORF/Mike Potts Vielfarbentody, Kuba-Tody
Vielfarbentody, Kuba-Tody
Auch die Vogelwelt Kubas kann mit bizarren Besonderheiten aufwarten: Rund 20 Arten existieren nur auf dem karibischen Eiland und nirgendwo sonst auf der Erde. Ihre Vorfahren, typische Waldbewohner, waren die perfekten Pioniere. Sie waren ausgezeichnete Flieger und konnten die Insel leicht erreichen. Doch einmal angelangt, rührten sie sich nicht mehr vom Fleck und blieben in den Wäldern. Im Lauf der Zeit wurden aus diesen Einwanderern echte Kubaner wie der Nationalvogel der Insel, der Kubatrogon.

Die Bienenelfe ist ebenfalls ein gefiedertes Juwel. Dieser Kolibri ist mit fünf Zentimeter Länge der kleinste Vogel der Welt und etwa so groß wie eine Libelle. Seine Flügel schlagen 200 Mal in der Sekunde, sein Herz 1.000 Mal pro Minute.

Landkrabben-Invasion
© ORF/Mike Potts Landkrabben-Prozession
Landkrabben-Prozession
Zu den größten Überraschungen gehören Kubas Landkrabben, die zu Beginn der Regenzeit ganze Landstriche überziehen, wenn Abermillionen Tiere in nicht enden wollenden Kolonnen aus dem Wald marschieren. Sie sind im Lauf der Evolution richtige Landtiere geworden, doch wie ihre Vorfahren im Meer laichen sie im Ozean ab. Der Drang zu laichen, ist so stark, dass nichts den Zug aufhalten kann. Mauern und Straßen sind dann ebenso wenig ein Hindernis wie Hotelanlagen. Die Küstengewässer verwandeln sich binnen weniger Tage in eine Suppe aus Krabbenlarven, und für ein paar Wochen ist die berühmte Schweinebucht fest in der Hand von Milliarden Babykrabben.


Vor Millionen von Jahren eingewandert
© ORF/Mike Potts Kuba-Wirtelschwanz
Kuba-Wirtelschwanz
Kubas Frösche hüpften wahrscheinlich vor rund 70 Millionen Jahren an Bord, als Kuba noch viel näher am amerikanischen Kontinent lag. Doch die Insel war schon lange davor in Bewegung, denn von den Kräften der Plattentektonik befördert driftete Kuba aus dem Pazifik in die Karibik. Der Riesenzackenbarsch ist heute in der Karibik ebenso wie im Pazifik zu finden. Seine Ahnen könnten also vor langer Zeit auch in Kubas pazifischen Gewässern existiert haben.


Sendedaten
Dienstag, 12. Februar 2019
um 13.15 Uhr
Wiederholung:
13./14. Februar 2019, 3.15 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Ein Film von Paul Reddish, 2004
Info
Kuba
Gesellschaft
Kuba nach Castro
Die "Damen in Weiß" setzen sich für die Menschenrechte auf Kuba ein. Eine von ihnen ist Berta Soler. Sie brauchte Jahre, um ihr Land verlassen zu dürfen. In Straßburg nahm Soler 2013 den Sacharow-Menschenrechtspreis entgegen. Sieben Jahre, nachdem er den Damen verliehen wurde.
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