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Dienstag, 20. April
Hibiskusblüte
Die Macht des Regenbogens
Die Farbenpracht der Natur erkennt man erst im Licht der Sonne: Die verschiedenen Farben treten hervor, wenn das Licht sich teilt. Bricht sich das Sonnenlicht am Regentropfen, entsteht das farbliche Wunder des Regenbogens. Keine Farbe ist zufällig.

Farbige Welt als göttliche Botschaft
© ORF/Alfred Vendl Lupe
Lavendelfeld in Südfrankreich
Die ersten Mondfahrer - als Astronauten auf alles andere als auf Gefühle getrimmt - erlebten in der Tiefe des Weltraums und angesichts des ewig schwarzen Mondhimmels über leblosem, grauem Gestein die ferne Erde in ihrem saphirnen Glanz wie eine göttliche Botschaft: Nur diese farbige Welt ist für unser Leben geschaffen.

In der Nacht zeigt sich die Natur in graublauem Gewand. Viele Tiere orientieren sich nach Geräuschen, wie etwa die Grillen, deren Zirpen jede Sommernacht erfüllt. Erst das Sonnenlicht des Tages offenbart die Fülle der Farbenpracht. Im Licht der Sonne sind alle Farben enthalten. Die Durchlässigkeit der Atmosphäre ist für die roten Strahlen des Sonnenspektrums größer als für die blauen. Der besonders weite Weg, den das Sonnenlicht bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang durch die Luftschichten zurücklegt, lässt die Sonne rot erscheinen. Erst wenn die Sonne höher steigt, der Weg des Lichts durch die Luft kürzer wird, erscheint das Sonnenlicht weiß.

Zwei Farben dominieren
© ORF/Alfred Vendl Lupe
Wollfärber im Färbersouk in Fez/Marokko
Im Phänomen des Regenbogens wird die farbige Pracht des scheinbar weißen Sonnenlichts erkennbar: Durch Brechung und Spiegelung an den Regentropfen wird das weiße Licht in seine Spektralfarben zerlegt - von blau über grün, von gelb über rot.

Zwei Farben dominieren das Leben in unserer Welt: die Farbe Rot ist die Farbe des Blutes und für jedes tierische und menschliche Leben Voraussetzung, die Farbe Grün regiert im Pflanzenreich. Die beiden Farbkörper unterscheiden sich voneinander trotz des komplexen Aufbaus praktisch nur in einem Atom, das jeweils im Zentrum sitzt: Im Blutfarbstoff ist es das Eisen, das die Atmung der Tiere und Menschen ermöglicht, im Chlorophyll der Pflanzen ist es das Magnesium, das den Pflanzen ermöglicht, aus der ausgeatmeten Luft der Tiere und Menschen wieder den für uns notwendigen Sauerstoff zu erzeugen. Der Kreislauf des Lebens - getragen von zwei verschiedenen Atomen inmitten einer komplexen Welt.

Farben: Lockmittel, Abschreckung, Tarnung
© ORF/Alfred Vendl Lupe
Chamäleon - ein Meister der Tarnung durch Veränderung der eigenen Körperfarbe
Im Pflanzenreich sind Farben Botschaften - etwa an Insekten: Blumen besitzen "Saftmale", die den Insekten den Weg zum Nektar und damit zu den Staubgefäßen weisen, von denen sie mit Samen beladen werden. Diese fruchtbringende Last laden sie dann bei anderen Blüten wieder ab. Neues Leben entsteht. In diesem Spiel von Verlockung und Begehren haben Pflanzen die skurrilsten Techniken entwickelt.

Tiere bedienen sich der Farben in verschiedenster Weise: als Lockmittel, zur Abschreckung, oder auch zur Tarnung. Die Gelbbauchunke zeigt bei Gefahr ihren abschreckend gelben Bauch, was so manchen potentiellen Feind in die Flucht schlägt. Selbst der allseits geliebte Marienkäfer trägt in seiner roten Färbung die Botschaft: Vorsicht, giftig! Zur Meisterschaft im Farbspiel haben es zweifellos die Chamäleons gebracht, deren Farbenpracht hormonell bedingt ist. Von grellem Rot und Orange zur Abschreckung von Gegnern bis zu einschmeichelndem Grün, wenn etwa ein Weibchen signalisiert, dass es für Nachwuchs bereit wäre. Kaum aber hat das Männchen seinen Beitrag geleistet, ändert das Weibchen ihre attraktive Farbe in ein grelles Mosaikmuster um, das weitere begehrliche Werber abhält.

Sendedaten
Dienstag, 18. September 2012
um 16.50 Uhr
Stereo, 16:9, Videotext-UT
Credits
Drehbuch und Regie: Alfred Vendl, Österreich 1998
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