Im Pflanzenreich sind Farben Botschaften - etwa an Insekten: Blumen besitzen "Saftmale", die den Insekten den Weg zum Nektar und damit zu den Staubgefäßen weisen, von denen sie mit Samen beladen werden. Diese fruchtbringende Last laden sie dann bei anderen Blüten wieder ab. Neues Leben entsteht. In diesem Spiel von Verlockung und Begehren haben Pflanzen die skurrilsten Techniken entwickelt.
Tiere bedienen sich der Farben in verschiedenster Weise: als Lockmittel, zur Abschreckung, oder auch zur Tarnung. Die Gelbbauchunke zeigt bei Gefahr ihren abschreckend gelben Bauch, was so manchen potentiellen Feind in die Flucht schlägt. Selbst der allseits geliebte Marienkäfer trägt in seiner roten Färbung die Botschaft: Vorsicht, giftig! Zur Meisterschaft im Farbspiel haben es zweifellos die Chamäleons gebracht, deren Farbenpracht hormonell bedingt ist. Von grellem Rot und Orange zur Abschreckung von Gegnern bis zu einschmeichelndem Grün, wenn etwa ein Weibchen signalisiert, dass es für Nachwuchs bereit wäre. Kaum aber hat das Männchen seinen Beitrag geleistet, ändert das Weibchen ihre attraktive Farbe in ein grelles Mosaikmuster um, das weitere begehrliche Werber abhält.