Als Regisseur Nick Upton vor mehr als zwei Jahren mit den ersten Recherchen begann, stieß er unter den beratenden Wissenschaftern auf wenig Optimismus, die meinten, dass eine Reihe von Arten entweder zu selten oder zu scheu wären, um sie überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Die dichten, steilen Bergwälder, in denen die meisten Arten leben, waren voll von Schlangen und Stechmücken, Schutz vor dem häufigen stürmischen Wetter gab es so gut wie keinen, doch an harte Bedingungen und scheue Tiere gewöhnt hielt Upton an seinem Plan fest. An die warnenden Worte der Wissenschafter sollte er sich jedoch noch oft erinnern. Insgesamt verbrachten er und die Kameramänner Philip Lovel und Rolando Menardi sechs Monate auf Taiwan.
Sie mussten feststellen, dass es sich auf den engen Bergstraßen Taiwans nur langsam und vor allem gefährlich reist. Steinschlag, Vermurungen und für ungeübte europäische "Greenhorns“ ungewohnt flotter Gegenverkehr machten die Anreise zum Drehort zum Abenteuer. Im Anschluss daran folgten in der Regel stundenlange Fußmärsche durch unwegsames Terrain und mühsame Flussdurchquerungen mit auf dem Rücken festgeschnalltem Equipment. Dazu kam das launische Wetter: Während eines Filmtrips saß das Team eine gute Woche länger als geplant im Hochgebirge fest. Ein Taifun, gefolgt von dichtem Nebel, hatte die Rückkehr des Helikopters verhindert. Ein paar Stunden klaren Wetters ermöglichten es schließlich, das Team zu befreien, bevor die Vorräte zur Neige gingen.
Das Wetter bot in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Im Flachland Taiwans waren Temperaturen von 40 Grad Celsius, 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und nicht enden wollende Regenstürme keine Seltenheit, während Minusgrade im Hochgebirge die Arbeit extrem erschwerten. Hier schwankten auch die Sichtverhältnisse binnen weniger Minuten zwischen 100 Kilometer und ein paar Meter. Selbst Taifune auf der Taifun-Insel zu filmen, geriet zum Problem: Mehrmals raste das Team aus dem Landesinneren an die Küste, um die Auswirkungen eines Taifuns auf Film zu bannen, doch oft verwandelte sich der Sturm nach ihrer Ankunft im Handumdrehen in eine leichte Brise. Insgesamt überstand das Team um Nick Upton während der Dreharbeiten, die auch durch den Ausbruch von SARS erschwert wurden, nicht nur drei Taifune, sondern auch zwei Erdbeben von der Stärke 6,5 auf der Richter-Skala. Als Upton und Kameramann Lovel aus dem Hotel auf die Straße flüchteten, ernteten sie allerdings nur milde Blicke der Taiwanesen. Schließlich bringt ein so leichtes Wackeln nur Europäer aus der Fassung.