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Dienstag, 20. April
Lupe
Die größte Schriftensammlung der antiken Welt
Die Bibliothek von Alexandria
Die Auferstehung eines Kulturgutes
Die alte Biliothek von Alexandrien an der ägyptischen Mittelmeerküste wurde von Ptolemeus 288 v. Chr. gegründet. Die Bibliothek galt in der hellenistischen Zeit als die größte Schriftensammlung der antiken Welt und soll später 700.000 Papyrus-Schriftrollen umfasst haben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das geistige Zentrum durch Kriegshandlungen und barbarische Anschläge mehrfach in Mitleidenschaft gezogen. Das heutige Ägypten hat sich auf die immense Kulturleistung und seine Verantwortung gegenüber diesem Kulturgut besonnen.

Ein Ort, offen für alle Kulturen
© ORF Lupe
Viele Schätze liegen heute auf dem Meeresgrund
Hunderte der größten Denker der Antike lebten an diesem außergewöhnlichen Ort an der ägyptischen Mittelmeerküste. Euklid verfasste hier seine "Elemente der Geometrie“ und Erathostenes berechnete den Weltumfang mit unglaublicher Genauigkeit 1700 Jahre bevor Kolumbus in See stach.
Die Bibliothek war offen für alle Kulturen - hier entstand die Septuaginta - die erste Übersetzung des Alten Testaments vom Hebräischen ins Griechische. Heute liegen die Schätze der antiken Bibliothek im Verborgenen, im Mittelmeer.

Wiederauferstehung eines Symbols des Wissens
© ORF Lupe
Modernster Bibliotheksbau am alten Ort
Doch die große Bibliothek scheint in anderer Form wiederauferstanden zu sein. In Zusammenarbeit mit der UNESCO hat Ägypten die Bibliothek neu errichtet. Am vermuteten Ort der einstmals berühmtesten aller Weltbibliotheken ist heute die Idee der Universalität umgesetzt in Architektur. Gleich einem riesigen glitzerndem Spiegel unterbricht eine gegen die Bucht geneigte Scheibe mit 150 Metern Durchmesser die Skyline der Hafenstadt.

Größter Lesesaal der Welt
© ORF Lupe
Der Lesesaal - ausgestattet mit allen technischen Möglichkeiten
Mehr als hundert Lamellenfelder schützen die Studierenden im größten Lesesaal der Welt vor der ägyptischen Sonne. Das inspirierende, aufrüttelnde und schon mehrfach ausgezeichnete Bauwerk wurde nach dreizehn Jahren Bauzeit von einer Gruppe internationaler Architekten rund um den Österreicher Christoph Kapeller im Jahr 2002 fertig gestellt.

Im Bau steckt eine profunde Symbolik: die aufgehende Sonne, die dem Mittelmeer zugewandt ist, welches das endlose und offene Wissen der Zukunft darstellt. Manche Menschen erinnert die äußere Form auch an einen Computerchip. Zurecht. Denn es ist die erste Bibliothek, die im 21. Jahrhundert für das 21. Jahrhundert und darüber hinaus gebaut wurde - eine digital geborene Bibliothek. Das gesamte Wissen der Welt wird hier digitalisiert und gespeichert.

Zum ersten Mal besteht die Möglichkeit, das gesamte Wissen allen Menschen jederzeit zur Verfügung zu stellen. Beispielsweise sind auch alle Ereignisse im Internet seit 1996 im Digital Archive gespeichert und jederzeit abrufbar.
Die neue Bibliotheca Alexandrina an der Corniche ist wieder zum Symbol des Wissens und der Toleranz im Mittelmeerraum geworden. Sie schlägt auch mit mehr als 500 Veranstaltungen jährlich eine Brücke zwischen Westen und Osten.

Sendedaten
Dienstag, 29. Jänner 2013
um 14.30 Uhr
Wiederholung:
Dienstag, 29./30. Jänner 2013
um 2.35 Uhr
Stereo, 4:3
Credits
Ein Film von Bernhard Hain, Österreich 2006
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