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Dienstag, 20. April
Lupe
Die Kaiserin betrieb ihren Schönheitskult bis zum Exzess
Elisabeth - Die rätselhafte Kaiserin
Schön, romantisch, tragisch - das Bild von Kaiserin Elisabeth war bereits zu Lebzeiten von mythischen Attributen geprägt. Ihre seltenen öffentlichen Auftritte, ihre geheimnisvolle Aura, ihre Fluchten vom Wiener Hof machten Elisabeth zur idealen Projektionsfläche von Fantasien.

Rekonstruktion des Elisabeth-Bildes durch Experten
© ORF/Österreichische Nationalbibliothek Lupe
Kaiserin Elisabeth verkörperte das Idealbild an Schönheit in ihrer Zeit - hier anlässlich der Königskrönung in Budapest 1867
So widersprüchlich diese Facetten auf den ersten Blick scheinen, sie sind Puzzlestücke einer großen, faszinierenden historischen Figur. Der Dokumentarfilm "Elisabeth - Die rätselhafte Kaiserin" von Tom Matzek ist eine Zeitreise von heute in die Lebenswelt der Kaiserin: Fünf Experten begeben sich in die Vergangenheit, um ihr Elisabeth-Bild zu rekonstruieren. Mit wissenschaftlichen Methoden und ganz speziellen Kenntnissen helfen sie, das Bild einer komplexen Persönlichkeit zu entwerfen: Ein Kriminalist, ein Psychotherapeut, eine Historikerin, ein Nachfahre der Kaiserin und der Nachfahre eines ihrer Vertrauten - sie alle nähern sich von unterschiedlichen Seiten an und geben neue Einblicke auf die Fakten hinter den Klischees.

Facettenreiche Persönlichkeit
© ORF/Thomas Ramstorfer Lupe
Die Darstellerin der Kaiserin Elisabeth Ariane Swoboda und Amber Stephens als Kammerzofe Ida Ferenczy.
War sie ein Opfer des Wiener Hofs oder eine willensstarke Egozentrikerin? War sie eine außergewöhnliche Naturschönheit oder war sie depressiv und magersüchtig? Kannte sie ihren Mörder oder war ihr Tod reiner Zufall? Lebte sie in fernen Fantasiewelten oder war sie bloß außergewöhnlich offen und interessiert?

Diese und andere Fragen stellen sich der Kriminalist Gerald Hesztera, der Psychotherapeut Peter Gathmann, die Historikerin Katrin Unterreiner, Elisabeths Urenkel Peter Altenburg und Dieter Warsberg, ein Nachfahre ihres Reisemarschalls.

Neue Erkenntnisse über das Hofleben
© ORF/Günther Pichlkostner Lupe
Ariane Swoboda als Elisabeth
Neue Perspektiven bieten auch zwei besondere Dokumente, die für diese Dokumentation erstmals verwendet werden konnten:

Das Tagebuch von Erzherzogin Sophie, der Mutter Franz Josephs, wirft ein neues Licht auf das angeblich so schlechte Verhältnis von Elisabeth zu ihrer Schwiegermutter.

Intimkenntnisse des Hofs zeigt auch ein verschollener Spielfilm aus dem Jahr 1921, der durch die Recherchen des Filmteams wieder gefunden wurde.
Der Hintergrund für diese Detailtreue: Am Drehbuch wirkte die Nichte der Kaiserin, Marie Larisch, höchstpersönlich mit.

Die Schauplätze ihres Lebens
© ORF/Silvia Braun Lupe
Achilleon, Elisabeths Residenz in Korfu
Elisabeths Biografie ist auch eine europäische Geschichte: An fünf zentralen Schauplätzen ihres Lebens wurde deshalb für dieses Filmporträt gedreht: Im bayerischen Schloss Possenhofen war die rastlose Kaiserin zu Hause - hier verbrachte sie ihre Kindheit, hier fand sie Verständnis bei ihrer Familie. Wien als Machtzentrale der Monarchie wurde für sie zum goldenen Käfig, zum Schauplatz zahlreicher Auseinandersetzungen. Ihre Liebe zu Ungarn sorgte auch für den einzigen bekannten Einfluss auf die Politik - den Ausgleich mit Ungarn 1867. Auf der griechischen Insel Korfu fand Elisabeth ihr Altersdomizil: In ihrem Schloss, das sie nach dem griechischen Helden Achilleion taufte, flüchtete sie in eine antike Traumwelt. In Genf schließlich endete das Leben der Kaiserin so unerwartet wie tragisch.

Sendedaten
Dienstag, 23. Oktober 2012
um 11.45 Uhr +
Freitag, 26./27. Oktober 2012
um 0.40 Uhr
Stereo, 4:3
Credits
Ein Film von Tom Matzek, Österreich 2006
Thementag
© ORF Niederösterreichische LandesbibliothekFamilien, Clans und Dynastien
Der österreichische Nationalfeiertag
Freitag, 26. Oktober 2012,
ab 6.00 Uhr
Buchtipp
© RolfHeyLupeZu Gast bei Kaiserin Elisabeth und König Ludwig II.

von Martha Schad

Collection Rolf Heyne
ISBN: 3-89910-219-3
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