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Dienstag, 20. April
Unterwegs nach... Heimat
Österreichisches Heimatempfinden ohne Romantik: In einem beeindruckenden Dokumentarfilm zeichnet Regisseurin Barbara Gräftner das katastrophale Schicksal des kleinen Osttiroler Ortes Gassen nach, der im September 1965 nach wochenlangem Regenguss ins Tal rutschte. Als Produkt einer fünfjährigen Langzeitbeobachtung zeigt die Dokumentation die "Letzten von Gassen", also die wenigen Bergbauern, die der Zerstörung getrotzt haben. Dabei ist dem Ort Gassen vielleicht wieder eine blühende Zukunft beschieden: Ein Hotelier aus dem Talgrund möchte dort eine Dependance bauen und den historischen Ort museal nutzen.

Ein Geisterdorf in Osttirol
© ORF/Heinz Zeggl Lupe
Hans Monitzer (Hofname Baur), einer der letzten Bewohner des Geisterdorfes Gassen
Angelpunkt der Geschichte ist eine Tragödie, die sich vor fast 40 Jahren in dem kleinen Ort abgespielt hat. Damals regnete es mehrere Tage unaufhörlich. Eine riesige Mure war mitten durch den Ort gegangen und hatte zwei Häuser mit sich in den Abgrund genommen. Nach dieser Katastrophe verließen die Bewohner Gassens ihren Ort und zogen ins Tal. Die Angst vor einer neuen Mure war zu groß. Nur drei Geschwister trotzten der Natur und sind nunmehr die letzten Einwohner von Gassen. Die Protagonisten von "Unterwegs nach Heimat" wurden durch dieses Ereignis verbunden, und erzählen ihre Geschichten.

Hangbewirtschaftung jenseits aller Ideale
© ORF/Heinz Zeggl Lupe
Langsam nähert sich die Straße Jahr für Jahr dem Stemmingerhof
Heute ist die Schneise aus Schlamm und Geröll längst unter einer saftigen Almwiese verschwunden, und nur das geübte Auge kann die Spuren der damaligen Verwüstung noch erkennen. Kann man einen Schicksalsschlag wie diesen verkraften, ohne Verbitterung weiterleben und dem Leben etwas Positives abgewinnen - kann man diesen Ort überhaupt noch als seine Heimat betrachten?

"Unterwegs nach Heimat" zeigt Schicksale und Menschen, die der Tourist wohl nur am Rande bemerkt und als Zugabe für seine romantische Fantasie konsumiert. Die Bewirtschaftung der steilen Hänge stellt massive Anforderungen dar - Anforderungen, die nicht mit der Gewissheit zu begründen sind, die Landschaft zu pflegen. Ein Bauer ist kein Gärtner, sein Selbstverständnis bezieht er aus der Tatsache, dass er durch das Bewirtschaften der Hänge leben kann - durch seine Arbeit und nicht durch Subventionen für Gartenarbeit. Diese Ideale und Vorstellungen sind auf Grund der schwierigen Geländebedingungen und des Konkurrenzdruckes schwer aufrecht zu halten. Und die Gewissheit, dass man gerade ohne die Subventionen nicht mehr wirtschaften kann, verschärft dieses Problem noch.

Sendedaten
Sonntag, 25. November 2012
um 13.55 Uhr
Dolby Surround System, 16:9
Sendedaten
Ein Film von Barbara Gräftner, Österreich 2004
Info
"Unterwegs nach...Heimat" hat im Jahr 2005 die Romy für den besten Dokumentarfilm erhalten.
Kontakt
Fam. Stemberger (vulgo Rauterlis)
Bruggen 49
A-9962 St. Veit im Defreggental
Tel.: +43 (0)4879 239
Fax: +43 (0)4879 239
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Hotel Jesacherhof
Fam. Jesacher
Außerrotte 37
A-9963 St.Jakob im Defereggental, Osttirol
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jesacherhof@netway.at