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ECO
Das Schweizer Wirtschaftsmagazin
Das Wirtschaftsmagazin von Schweizer Radio und Fernsehen wirft einen eigenständigen Blick auf das Wirtschaftsleben – mit Hintergrund-Berichten, Grafiken und Reportagen.
«ECO» berichtet aus der Perspektive der Wirtschaft und bringt die Welt der Wirtschaft den Zuschauern näher. «ECO» fragt nach, «ECO» zeigt die Zusammenhänge, «ECO» erklärt die Gründe und die Hintergründe. Ob Marktschreier oder Manager, ob Bauer oder Banker, ob lokal oder global. «ECO» lebt Wirtschaft.


Moderation

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«ECO» ist Reto Lipp. Der Wirtschaftsjournalist gibt der Sendung ein Gesicht. Seit 20. August 2007 hat Reto Lipp jede einzelne «ECO»-Sendung moderiert – bis heute mehr als 350 Folgen.

Kurzvita

  • Reto Lipp studierte Ökonomie an der Universität Zürich.
  • Während des Studiums arbeitete er als freier Mitarbeiter beim damaligen Radio Z, wo er 1994 Mitglied der Redaktionsleitung wurde.
  • Nach 14 Jahren Radio wechselte Reto Lipp zu den Printmedien, zunächst als Chef des Finanzbundes der «Handelszeitung».
  • Auf Initiative von Reto Lipp wurde im Jahr 2000 das Schweizer Anlegermagazin «Stocks» gegründet, dessen Chefredaktor er während sechs Jahren war.
  • Vor seinem Wechsel zum Wirtschaftsmagazin «ECO» und zur Sendung «SRF Börse» arbeitete Reto Lipp als Vizedirektor bei der UBS im Bereich Wealth Management.

Interview

Reto Lipp, weshalb «ECO»?

«ECO» ist eine der spannendsten Fernsehsendungen, weil die Spannweite der Themen so unglaublich gross ist. Von Waffenhandel bis Gesundheitskosten, von Unternehmerportraits bis zur Euro-Krise, das Themenspektrum ist gewaltig. Diese Vielfalt zeigt, wie bunt Wirtschaft sein kann. Wenn es uns gelingt, diese Vielfalt differenziert und spannend darzustellen, dann hat «ECO» seine Aufgabe voll erfüllt.

Sie sind der «Kopf der Sendung». Wer gehört noch dazu?

Dahinter steht natürlich eine ganze Redaktion, denn eine Fernsehsendung ist kompliziert und braucht viel unterschiedliches Knowhow. Rund ein Dutzend Wirtschaftsjournalisten sorgen dafür, dass «ECO» jede Woche hintergründige und spannende Themen präsentieren kann. Dazu kommen Personen, die sich um Kamera, Videoschnitt und Ton kümmern, unsere Produktionsassistentin und viele mehr. Fernsehen besteht nie aus einer Einzelperson, sondern ist – anders vielleicht als beim Radio – immer eine Team-Arbeit.

Wie oft werden Sie nach Anlagetipps gefragt?

Gerade kürzlich wieder an einer Preisverleihung. Da musste ich den Moderator enttäuschen. Wir bringen – auch bei «SRF Börse» – keine Anlagetipps.

Was machen Sie montags nach der Live-Sendung?

Ich fahre im Bus nach Hause und hoffe, dass sich der Adrenalinspiegel gesenkt hat, bis ich zuhause bin. Meistens schlafe ich nach der Sendung eher schlecht. Während der Sendung bin ich voll präsent und auch etwas aufgedreht. Danach sofort abzuschalten, fällt mir eher schwer.

Was für ein Typ ist der «ECO»-Moderator?

Jemand, der sehr neugierig auf Vieles ist und sich deshalb manchmal auch verzettelt. Ich bin auch jemand, der immer wieder versucht, eine Balance zu finden zwischen meiner extrovertierten Seite und der introvertierten. Diese beiden Pole müssen bei mir einigermaßen ausgeglichen sein, sonst fühle ich mich nicht gut. Da mein Job eher aus dem extrovertierten Pol besteht, muss ich im Privatleben und beim Sport den Ausgleich finden.

Wofür interessiert sich Reto Lipp, außer für Wirtschaft?

Für sehr viele Dinge – das ist eines meiner Grundprobleme, ich habe zu viele Interessen und zu wenig Zeit, sie entsprechend zu pflegen. Ich bin beispielsweise leidenschaftlich an Politik interessiert, da ich früher viele politische Sendungen im Radio moderiert habe. Dann bin ich ein Bücherfreak und könnte auf der Stelle zehn Neuerscheinungen nennen, die ich sofort lesen möchte. Dazu kommt ein ausgeprägtes Musik-Interesse. Sollten Radio SRF 1 oder SRF 3 noch einen Musik-Verantwortlichen suchen, ich könnte problemlos einspringen, da ich die aktuelle Musikszene seit 30 Jahren verfolge.

Bei welcher Freizeit-Beschäftigung trifft man Sie am häufigsten?

Bei mir ist der Übergang zwischen Job und Freizeit sehr fließend, aber am liebsten lese ich ein gutes Buch, das mit Wirtschaft absolut nichts zu tun hat. Einen ganzen Tag nur mit einem Buch im Garten, ohne Termine – so sieht für mich Luxus aus.

Berge oder Meer?

Eindeutig Meer.

Golf oder Fußball?

Weder noch.

Wein oder Bier?

Wein.

Stadt oder Land? Stadt, ich bin kein Landmensch.

Wie müssen ein Buch oder ein Film sein, dass sie Eindruck bei Ihnen hinterlassen? Nennen Sie Beispiele.

Ich habe gerade einen dicken Roman des Holländers Peter Buwalda gelesen – Kritiker nennen ihn die niederländische Antwort auf den US-Romancier Jonathan Franzen. «Bonita Avenue» ist ein großer Roman über eine Patchwork-Familie, die irgendwann nicht mehr funktioniert. Es beginnt harmlos und endet in einem großen Familien-Desaster, in einer Tragödie. Außerordentlich gut geschrieben, deckt der Roman die Zeit von 1970 bis 2008 ab – ein ganz schön ambitiöses Unterfangen, das der Autor aber blendend meistert. Eine Ferienlektüre der anspruchsvolleren Sorte! Und wer jetzt ins Kino geht, hat die Chance, Jeanne Moreau wieder mal zu sehen – sie ist längst eine Legende, ein Urgestein des französischen Films. Im Film «Une estonienne à Paris» spielt sie auch mit 85 noch alle an die Wand. Ein wunderbarer Film über das Alter, tägliche Zwistigkeiten, die Vergänglichkeit des Lebens und den Sehnsuchtsort Paris – und mittendrin die fantastische Jeanne Moreau.

Nach welchem Motto leben Sie?

Keine Pläne machen – es kommt ja doch anders als man denkt.

Sendedaten
mittwochs, gegen 00:00 Uhr
donnerstags, 12:30 Uhr
Der Moderator
Seit der ersten Sendung führt er durch die Welt der Wirtschaft:
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