© srf Zoo Zuerich Peter Bolliger
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Huckepack:
Jungtiere klettern im Wasser gerne auf Ihren Müttern, Geschwistern oder sonstigen Verwandten herum. Das ist in der Wildnis nicht anders als im Zoo.

Was uns Elefanten sagen
NETZ NATUR
Elefanten machen immer Eindruck. Das bewahrt sie jedoch nicht davor, dass diese grössten Landtiere der Erde in ihren natürlichen Lebensräumen vom Aussterben bedroht sind.
© srf Zoo Zuerich Cordula Galeffi <b>Früh auf den Beinen:<br /></b> Für Jungtiere ist es lebenswichtig möglichst schnell auf die Beine zu kommen. Dieses Verhalten haben sie auch im sicheren Zoo nicht verloren.
Früh auf den Beinen:
Für Jungtiere ist es lebenswichtig möglichst schnell auf die Beine zu kommen. Dieses Verhalten haben sie auch im sicheren Zoo nicht verloren.
Der Film folgt den Spuren der Asiatischen Elefanten im Zoo Zürich und im Kaeng Krachan Nationalpark in Thailand. Und eine Schweizer Elefantenspezialistin, die seit vielen Jahren in Sri Lanka Wildelefanten beobachtet, berichtet über ihre Beobachtungen.

Während die Elefanten im Zoo einen vielfältigen, von Menschen gestalteten Tag erleben - Futtersuche nach versteckten Leckerbissen in zahlreichen Nischen der Anlage, Beschäftigungs- und Trainingsprogramme, Badeplausch und Wanderungen vom einen Teil der Anlage in den nächsten - halten sich die wilden Elefanten im Urwald unauffällig vor den Menschen versteckt, und ihre Aktivität wird nur aus ihren Spuren erkennbar: Futtersuche, Ruhephasen mit Körperpflege, Spielverhalten.

In der Abenddämmerung gehen sie zum Bad im nahen See, während die Zooelefanten in den Ruhebereichen der Anlage allmählich ruhiger werden und sich ab und an zum Schlaf hinlegen.


<b>Abenteuer unter Wasser:<br /></b>Im Zoo sind Verhaltensweisen sichtbar, die in Freiheit kaum je zu beobachten sind. © srf Zoo Zerich Enzo Franchini Abenteuer unter Wasser:
Im Zoo sind Verhaltensweisen sichtbar, die in Freiheit kaum je zu beobachten sind.
<b>Enge Bande:<br /></b>Weibliche asiatische Elefanten bleiben ein Leben lang in der Familienbande zusammen. © srf Enge Bande:
Weibliche asiatische Elefanten bleiben ein Leben lang in der Familienbande zusammen.

Während die Elefanten im Zoo einen vielfältigen, von Menschen gestalteten Tag erleben - Futtersuche nach versteckten Leckerbissen in zahlreichen Nischen der Anlage, Beschäftigungs- und Trainingsprogramme, Badeplausch und Wanderungen vom einen Teil der Anlage in den nächsten - halten sich die wilden Elefanten im Urwald unauffällig vor den Menschen versteckt, und ihre Aktivität wird nur aus ihren Spuren erkennbar: Futtersuche, Ruhephasen mit Körperpflege, Spielverhalten. In der Abenddämmerung gehen sie zum Bad im nahen See, während die Zooelefanten in den Ruhebereichen der Anlage allmählich ruhiger werden und sich ab und an zum Schlaf hinlegen.

Der grosse Gegensatz zwischen Wild- und Zooelefanten zeigt sich erst in der Nacht: Wildelefanten nähern sich in der Dunkelheit oft den Dörfern und den Pflanzungen der menschlichen Bevölkerung, wo sie die Behörden mit massiven Barrieren und Elektrozäunen fernzuhalten versuchen. Wo das nicht klappt, werden sie von den Dorfbewohnern mit Knallkörpern und Feuerwerk verjagt. Das ist mitunter für beide Seiten gefährlich. Der Konflikt zwischen Menschen und Elefanten fordert im Verbreitungsgebiet der rund 40 000 übrig gebliebenen Dickhäuter jedes Jahr Hunderte von Todesopfern - auf Seite der Menschen und der Elefanten.

<b>Männer mit Zähnen:<br /></b> Elefanten-Bullen mit langen Stosszähnen gibt es freier Wildbahn nur noch selten. Die Jagd nach Elfenbein hat über Jahrhunderte zu Bullen mit kleinen oder gar keinen Stosszähnen geführt.  © srf Männer mit Zähnen:
Elefanten-Bullen mit langen Stosszähnen gibt es freier Wildbahn nur noch selten. Die Jagd nach Elfenbein hat über Jahrhunderte zu Bullen mit kleinen oder gar keinen Stosszähnen geführt.
<b>Konflikt mit Giganten:<br /></b>Jedes Jahr fallen einige hundert Menschen Elefanten zum Opfer.  © srf Konflikt mit Giganten:
Jedes Jahr fallen einige hundert Menschen Elefanten zum Opfer.

Die grösste Bedrohung für die wilden Elefanten ist denn auch die Konkurrenz mit der ständig wachsenden menschlichen Bevölkerung um fruchtbares Land, wo gutes Futter wächst. So leben die meisten wilden Elefanten keineswegs im Paradies, sondern im dauernden Kampf mit den Menschen im selben Lebensraum. Und genauso wenig entspricht der Alltag der Zoo-Elefanten dem gängigen Klischee: Bei allen Einschränkungen, die der Lebensraum im Zoo mit sich bringt, der auch immer wieder Probleme wie Gruppenkonflikte oder Gesundheitsprobleme für die Tiere schaffen kann, ist der moderne, dem Tierwohl verpflichtete Zoo keineswegs das triste Gefängnis, das man sich gemeinhin ausmalt.

So stellt sich die Frage, ob uns die Elefanten im Zoo so viel sagen, dass ihre wilden Artgenossen in Asien davon profitieren können und in ihren letzten Rückzugsgebieten mit natürlichen Wäldern eine Zukunft haben.

Sendedaten
Montag, 21. August 2017
20.15 Uhr
Moderation: Andreas Moser
NETZ NATUR
© SRFDie Redaktion «NETZ NATUR» produziert acht Ausgaben im Jahr, die vom Biologen Andreas Moser moderiert und kommentiert werden. Vier Sendungen sind vollständige Eigenproduktionen, bei weiteren vier werden Naturdokumentationen aus dem internationalen Angebot ausgewählt und mit eigenen Teilen ergänzt.
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