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Muttersorgen:Die scheuen Haselmäuse sind in unseren Hecken immer seltener anzutreffen.
Der Sinn des Lebens
NETZ NATUR
Viele Menschen suchen nach dem Sinn des Lebens. «NETZ NATUR» gibt erstaunliche Antworten auf diese uralte Frage, zum Beispiel mit dem Geheimnis der Haselnuss, mit dem Horn eines Rindes oder dem heimlichen Wirken der Regenwürmer und hält so den Menschen einen Spiegel vor.
Alles beginnt mit einer einfachen Haselnuss. Aus ihr keimt ein Busch - und zwar dort, wo ihn ein Eichhörnchen gepflanzt hat - vom putzigen Nagetier, das von Nüssen und Tannzapfen lebt und seinerseits für Marder oder Greifvögel wie Sperber Nahrung bedeutet. Der Busch selbst ist Versteck, Wetterschutz und Nahrung für einen ganzen Kosmos von Lebewesen. Und um sich fortzupflanzen, schüttet er seine Pollen ganz früh im Jahr in den Wind, bevor die Blätter austreiben und die weiträumige Verbreitung seines Blütenstaubs behindern. Alles im Leben dieser Pflanze ergibt einen Sinn.

Gleich neben dem Haselbusch, an einem senkrechten Zweig hat sich ein Schmetterling mit geschlossenen Flügeln festgekrallt. So verharrt er den ganzen Winter über und lässt sich somit Hilfe eines Frostschutzmittels im Blut bis über zehn Grad Celsius einfrieren. Sobald ihn aber erste warme Tage wieder zum aktiven Leben erwecken, fliegt er los und pflanzt sich fort, bevor die vielen Zugvögel aus ihren Winterquartieren aus Afrika und Südeuropa zurück sind und ihm gefährlich werden. Welchen Sinn dabei Stechpalmen und gelbe Frühlingsblüten für das Leben dieses Schmetterlings haben wird deutlich, wenn man dem Falter folgt.

<b>Vergessliche Hörnchen<br /></b>Das Eichhörnchen vergräbt Haselnüsse als Wintervorrat. Und die Nüsse, die es vergisst, treiben im nächsten Frühjahr zu neuen Pflanzen aus. © srf Vergessliche Hörnchen
Das Eichhörnchen vergräbt Haselnüsse als Wintervorrat. Und die Nüsse, die es vergisst, treiben im nächsten Frühjahr zu neuen Pflanzen aus.
<b>Meister der Tarnung<br /></b> Im Efeulaub und auf gelben Blüten ist der Zitronenfalter hervorragender getarnt. © srf Meister der Tarnung
Im Efeulaub und auf gelben Blüten ist der Zitronenfalter hervorragender getarnt.

Wozu eigentlich tragen Hirsche 15 Kilogramm Geweihknochen auf dem Kopf mit sich herum, die sie jedes Jahr vollständig erneuern? Welchen Sinn macht all dieser Aufwand? Und was wird mit der unzählbaren Flut von Blättern, die im Herbst im Wald und in den Gärten von den Bäumen fallen und über den Winter auf mysteriöse Art und Weise verschwinden? Wer besorgt im Wald ohne menschliche Räumequipen das heimliche Recycling, damit wir Menschen über die Jahre nicht allmählich unter einer dicken Schicht von Blättern ersticken? «NETZ NATUR» hat sich nächtelang mit Infrarotkameras auf die Lauer gelegt, um den heimlichen Waldarbeitern und dem tiefgreifenden Sinn ihrer Arbeit auf die Spur zu kommen.

<b>Stangen am Kopf<br /></b>Mit seinem Geweih kämpft der Rothirsch um die Gunst der Damen und hält Angreifer auf Distanz. © srf Stangen am Kopf
Mit seinem Geweih kämpft der Rothirsch um die Gunst der Damen und hält Angreifer auf Distanz.
<b>Im Sprung</b><br />Füchse fressen viele Mäuse und erbeuten diese mit ihrem berühmten Mäuselsprung. © srf Im Sprung
Füchse fressen viele Mäuse und erbeuten diese mit ihrem berühmten Mäuselsprung.

Wo man hinschaut und die Spur aufnimmt, wird schnell klar, dass man all die Lebewesen, die neben uns existieren, nicht für sich allein betrachten kann. Man kann sie nur verstehen, wenn man sie in einen Zusammenhang mit dem Leben anderer Tiere und Pflanzen sieht. Erst mit dem Blick aufs Ganze wird der Sinn jedes einzelnen Daseins deutlich. Und von diesem Blick in die Natur könnten wir Menschen einiges lernen.

Sendedaten
26. Juni 2017, 20.15 Uhr

SRF 2017
Moderation: Andreas Moser
NETZ NATUR
© SRFDie Redaktion «NETZ NATUR» produziert acht Ausgaben im Jahr, die vom Biologen Andreas Moser moderiert und kommentiert werden. Vier Sendungen sind vollständige Eigenproduktionen, bei weiteren vier werden Naturdokumentationen aus dem internationalen Angebot ausgewählt und mit eigenen Teilen ergänzt.
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