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Alpabfahrt Urnäsch
Alpbewirtschaftung gestern, heute und morgen
Die Dokumentation begleitet zwei Bauernfamilien, die nach alter Tradition - in Tracht, mit Geissen, Pferdewagen und Kühen mit Schellen - von ihrer Alp hinunterziehen.
Bauernfamilien und Sennen, die den Sommer auf der Alp verbracht haben, kommen zurück ins Tal: Die traditionelle Alpabfahrt in Urnäsch ist ein Publikumsmagnet, unzählige Touristen aus der Schweiz und aller Welt reisen ins Appenzell, um den Einzug der Sennen ins Dorf zu sehen. In Urnäsch findet derweil ein grosser Bauernmarkt statt. Dort preisen über dreissig Appenzeller Marktfahrende ihre hausgemachten Produkte einigen tausend Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland an.

Im Alpfahrtsfieber – eine gelebte Tradition
Der Zug wird im Appenzell traditionell von Kindern in Trachten und Ziegen angeführt.
Der Zug wird im Appenzell traditionell von Kindern in Trachten und Ziegen angeführt.
Zu Beginn der Sommerzeit ziehen die Sennen mit ihrem blumen- und glockengeschmückten Vieh auf die Alpen. In einem traditionellen Umzug folgen Sennen, Geissenbuben und Mädchen in Trachten. Jede Alp hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Gepflogenheiten. Das „Alpfahrtfieber“ ist allen Regionen vergleichbar: Die Sennen freuen sich schon das ganze Jahr auf diesen traditionsreichen Moment.

In vielen Orten der Schweiz spielt das Brauchtum der Alpfahrt auch heute noch eine grosse Rolle. Beispielsweise in Appenzell-Ausserrhoden: Jahr für Jahr ziehen über 50 Sennen über die Hauptstrassen in die Berge – und im Spätsommer wieder zurück. „Wir freuen uns das ganze Jahr auf diesen Moment – es ist fast wie Weihnachten“, sagt Alpfahrtexperte Walter Frick, „mich packt jeweils das Alpfahrtfieber“. In einer grossen Bauernfamilie aufgewachsen, war er schon als Junge zuvorderst mit dabei.

Alpfahrt bleibt im Appenzell eine Männerdomäne
Appenzeller Alpfahrt choreographiert ohne Frauen
Appenzeller Alpfahrt choreographiert ohne Frauen
In den Schweizer Bergen sind heute vermehrt Frauen als Sennerinnen anzutreffen. Doch die Alpfahrt bleibt im Appenzell noch immer eine Männerdomäne. „Die Frauen werden in ihrer Rolle als Sennerinnen bewundert und in ihrer Tracht sind sie auch beim Alpaufzug willkommen,“ so Frick, „jedoch sind es so wenige Frauen, die beim Umzug mitlaufen, dass die Akzeptanz noch nicht gross ist“. Seit Jahrzehnten sind in den Bauernfamilien immer dieselben Rituale gepflegt und gehegt worden: „Früher gehörte die Frau an den Herd. Heute packen sie das Auto und fahren auf die Alp, bereiten das Essen zu und warten bis die Sennen mit dem Vieh auf der Alp ankommen.“

Alpfahrten werden zum Touristenmagnet
Noch vor 30 Jahren verweilten Knechte den ganzen Sommer auf der Alp. Inzwischen ist manche Alp durch Strassen erschlossen, so dass die Bauern im Sommer zwischen Alp und ihrem Zuhause hin und her pendeln. Auch die Alpfahrten sind im modernen Leben angekommen: Sie werden vom Fernsehen übertragen und Hunderte von Touristen säumen die Strassen, um den farbenfrohen Umzug beizuwohnen.

Sendedaten
Mittwoch, 27. September 2017
13.30 Uhr
Ein "Schweiz aktuell extra"
(Erstsendung: 01.08.2013)