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Ohr und Nase: Geruchssinn und Gehör sind bei den Rehen die wichtigsten Sinne, um Feinde und Störenfriede rechtzeitig wahrzunehmen.
Rehbock, ledig, sucht ...
NETZ NATUR
Sie leben im Wald und sind scheu: Rehe. Jeder kennt sie. Trotzdem weiß kaum jemand, was ein Reh in seinem Leben so treibt. "NETZ NATUR" berichtet von der spannenden Geschichte eines Rehbocks, der auf der Suche ist, und gestattet einen intimen Einblick ins Leben eines Rehs.
© SRF Rehjäger: Der Luchs ist ein natürlicher Feind der Rehe und beeinflusst ihr Verhalten.
Rehjäger: Der Luchs ist ein natürlicher Feind der Rehe und beeinflusst ihr Verhalten.
Kommentar von Andreas Moser:

Reh ohne Luchs, geht das?

Die moderne Geschichte von Reh und Luchs ist 170 Jahre alt. Nur hat sie sich für die Rehe in der Welt des Menschen völlig anders entwickelt, als für den Luchs. Dabei gehören die beiden zusammen.

Ortsverbunden: Rehe verbringen den Sommer und den Winter im gleichen Gebiet, wo dies möglich ist.  © SRF Ortsverbunden: Rehe verbringen den Sommer und den Winter im gleichen Gebiet, wo dies möglich ist.
Unzertrennlich: Die Rehgeiss führt ihr Kitz und lehrt es alles, was es zum Überleben braucht.  © SRF Unzertrennlich: Die Rehgeiss führt ihr Kitz und lehrt es alles, was es zum Überleben braucht.

Zusammengerollt und geduckt im hohen Gras liegt es da, ganz alleine. Seine großen dunklen Augen wenden den Blick ab. Das ist die Überlebensstrategie des neugeborenen Rehkitzes. Noch kann es vor Feinden nicht fliehen. Aber sein getüpfeltes Kleid tarnt es perfekt. Deswegen ist es auch für Bauern beim Wiesenmähen praktisch unsichtbar.

Ganz andere Probleme hat ein Rehbock: Getrieben von seinem Instinkt rennt er seiner Herzdame nach. Diese lässt ihn jedoch geschickt zappeln. Ob er sie herumkriegt? Solche Aufnahmen sind Tierfilmer Felix Labhardt gelungen. Er filmte Rehe über drei Jahre hinweg und weiß genau, wie man sich die Privatsphäre dieser Tiere begibt.


Bambi in Deckung: Im hohen Gras sind Kitze gut versteckt vor Feinden. Doch rasende Mähmaschinen sind für sie eine große Gefahr.  © SRF Bambi in Deckung: Im hohen Gras sind Kitze gut versteckt vor Feinden. Doch rasende Mähmaschinen sind für sie eine große Gefahr.
Spiel und Ernst: Zwei Böcke rangeln im Winter mit ihren weichen Bastgeweihen. Im Sommer gilt es dann ernst – Rehböcke verteidigen ihr Territorium gegen Rivalen mit gefegten und gefährlich spitzigen Geweihen. © SRF Spiel und Ernst: Zwei Böcke rangeln im Winter mit ihren weichen Bastgeweihen.

Aber nicht nur der Tierfilmer stellt den Rehen nach - es gibt auch noch ein paar andere. Der Luchs zum Beispiel: Er ist ein natürlicher Jäger, wobei Rehe auf seinem Speiseplan ganz weit oben stehen. Am meisten Rehe erbeutet jedoch nicht der Luchs, sondern der Mensch: Im Jahr 2014 waren es über 40 000. Von Großraubtieren wurden lediglich 363 Rehe gerissen. Um einige Rehe vor dem Tod zu retten, werden mittlerweile Drohnen mit Wärmebildkameras eingesetzt. Diese spüren die hilflosen Rehkitze in der Wiese auf, welche dann vor dem Mähtod gerettet werden können. Weiter schützen Warnanlagen mit Bewegungsmeldern Rehe davor, mit Verkehrsmitteln zusammenzustoßen.

Rehe besitzen eine optimale Ausrüstung, um sich vor ihren natürlichen Feinden zu schützen: ihr Fell. Im Sommer und im Winter tragen sie verschiedene Farben, um in der entsprechenden Umgebung zu verschwinden. Auch ihre Körperform ist bestens angepasst an ein unscheinbares Leben im Dickicht. "NETZ NATUR" hat diese geheimnisvollen Waldtiere dennoch genauer unter die Lupe genommen und berichtet aus dem gefahrenvollen Leben eines Rehs.

Sendedaten
Montag, 28. August 2017
20.15 Uhr

(Erstausstrahlung Juli 2016)
NETZ NATUR
© SRFDie Redaktion «NETZ NATUR» produziert acht Ausgaben im Jahr, die vom Biologen Andreas Moser moderiert und kommentiert werden. Vier Sendungen sind vollständige Eigenproduktionen, bei weiteren vier werden Naturdokumentationen aus dem internationalen Angebot ausgewählt und mit eigenen Teilen ergänzt.
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