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VIDEO: Ausschnitt aus der Sendung
Hippies unter sich
Wolfgang Beltracchi porträtiert Otto Waalkes
Er fühle sich so nackt, meint Otto Waalkes gleich zu Beginn der Sitzung. Ausgezogen vom Blick des Malers Wolfgang Beltracchi, der ihn im altmeisterlichen Stil Anthonis van Dycks porträtiert. Und wirklich: so unverstellt wie vor der Leinwand des Meisterfälschers hat man Otto noch nicht erlebt.
Irgendwann sitzen sie in einer Malpause auf einem ranzigen Sofa und singen gemeinsam die Lieder ihrer Jugend. «House of the rising sun» und «You really got me». Zwei in die Jahre gekommene Bengel, die sich nochmals wie die Kinks fühlen, vereint in der Erinnerungen an die guten alten Hippie-Zeiten. Es geht um die Droge Musik und natürlich um Mädchen. Otto erzählt von seiner Zeit als Kunststudent und WG-Bewohner der Villa Kunterbunt mit Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen. Eine Zeit grosser Freiheit. Seine Augen glänzen. Beltracchi bannt sie auf die Leinwand.

Aber Otto ist nicht zufrieden. Die Lichtpunkte scheinen ihm falsch gesetzt. Es beginnt eine freie Improvisation zwischen diplomiertem Kunststudent und autodidaktischen Kunstfälscher. Die beiden schenken sich nichts. Beltracchi sieht etwas «Füchsisches» in Ottos Nase, der rächt sich dafür, indem er auf Malfehler hinweist. Eine Art Jamsession unter Künstlern mit erweiterter Harmonielehre.

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© Otto Waalkes

Das Portrait, das so - nicht nur auf der Leinwand - entsteht, ist nicht das des Blödelbarden Otto, sondern das des Menschen hinter dem Komiker. In seiner Erinnerungsskizze an die Sitzung bringt Otto das auf den Punkt: Der Ottifant sitzt Model. Aber das Gemälde, das entsteht, zeigt das Gesicht von Otto Gerhard Waalkes.

Sendedaten
© dpaLupeFreitag, 14. Juli 2017, 19.30 Uhr

Wiederholungen:
15. Juli 2017, 6.30 Uhr
17. Juli 2017, 6.30 Uhr + 9.15 Uhr

Der Meisterfälscher: Otto Waalkes
Film von Christoph Müller