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Dienstag, 20. April
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Fotofallen sind ein wichtiges Arbeitsmittel, um die Bewegungen der Wölfe in der Schweiz zu beobachten.
Wolf Schweiz
Wer braucht Schutz vor wem?
Seit 17 Jahren gibt es Wölfe in der Schweiz. Zum ersten Mal ist diesen Sommer auch Nachwuchs eindeutig nachgewiesen worden. Doch ob die Schweizerinnen und Schweizer schließlich zulassen, dass Wolf und Bär hier tatsächlich wieder heimisch werden, ist weiterhin ungewiss.

Bereits scheint vorgesorgt: Noch bevor sich Wölfe und Bären nach ihrer Ausrottung vor mehr als hundert Jahren tatsächlich in der Schweiz wieder etabliert haben, hat die Politik bereits beschlossen, dass die sogenannten Großraubtiere dann "reguliert" werden können, wenn ein Kanton nach seiner Einschätzung zu hohe "Schäden" an jagdbaren Wildtieren oder an Haustieren erleidet. Dazu müsste die Schweiz zwar aus dem europäischen Artenschutzabkommen, der sogenannten Berner Konvention, austreten, denn beide Fleischfresserarten sind europaweit streng geschützt. Doch das Parlament hat dies grundsätzlich beschlossen.

Schutz vor dem Wolf: Ohne Herdenschutzhunde sind im Wolfsgebiet in den Alpen Verluste vorprogrammiert.  © SRFLupeSchutz für Schafe
Herdenschutz: Ein guter Herdenschutz auf der Alp beginnt mit professioneller Behirtung. © SRFLupeHerdenschutz


Was tut sich bei den Wölfen in Italien, Frankreich - und auch nach Osten? Von Nordosten, aus Deutschland, und aus Südosten, aus Slowenien, breitet sich nämlich eine zweite Wolfspopulation aus, die sich in absehbarer Zeit mit den italienischen Wölfen in der Schweiz treffen wird - auch in der Schweiz. Wird das Land also bald von Wölfen überschwemmt?

Dass dies nicht zu befürchten ist, dafür sorgt die Biologie: Eine Wolfsfamilie beansprucht ein Revier von 150 bis 250 Quadratkilometern, in dem es keine anderen Wölfe duldet. So verteidigt eine Wolfsfamilie etwa ein Gebiet von der Fläche des Kantons Zug. Die Vermehrung wird dadurch begrenzt, dass nur ein Weibchen, die Mutter der ganzen Familie, Junge hat. Erwachsene Jungtiere wandern nach ein bis drei Jahren ab und ziehen manchmal sehr weit, um neue Gebiete zu besiedeln.

Wird allerdings diese soziale Selbstregulation und das Familiensystem durch den Abschuss wichtiger Tiere gestört, reagieren die Tiere mit erhöhter Reproduktion. So kann es sein, dass es mehr Wölfe in einem Gebiet gibt als vorher.

Sendedaten
24. Juni 2013, um 14.15 Uhr
Sendungsinformation
© SRFDie Naturreportage aus der Schweiz
Info
Moderation: Andreas Moser
(Erstsendung: 18.10.2012)

NETZ NATUR versucht aufzuzeigen, dass in der Natur nicht immer alles ist, wie die Menschen es sich denken und warum der Wolf für die Schafe auch sein Gutes hat.