Übersicht
TV-Programm
Dienstag, 20. April
Henry Dunant
Henry Dunant wurde am 8. Mai 1828 in Genf geboren. Im Alter von 31 Jahren wurde er in Solferino, südlich vom Gardasee, Zeuge des Kriegs und seiner grausamen Folgen.

1859 bekriegten sich Frankreich mit dem Königreich Sardinien gegen Österreich um die Vorherrschaft in Italien und Europa. Die Schlacht bei Solferino vom 24. Juni 1859 forderte 40.000 Tote und Verwundete.

Dunant setzt sich für alle Verwundeten und Sterbenden ein und organisiert weitere Hilfe. Nach seiner Rückkehr nach Genf verarbeitet er seine Erlebnisse auf dem Schlachtfeld von Solferino in der Schrift "Erinnerungen an Solferino", welche die Grausamkeiten des Kriegs und das Versagen der medizinischen Versorgung beschreibt. Dunant regt die Gründung einer Hilfsgesellschaft an, die in Kriegen Verwundete durch Freiwillige pflegen lassen sollte.

Die Idee stieß in Europa auf großes Interesse und führte zur Gründung eines "Ständigen Internationalen Komitees" - später bekannt unter dem Namen "Internationales Komitee vom Roten Kreuz IKRK" - sowie zur Unterzeichnung der ersten Genfer Konvention.

Dunants Ruhm währte aber nicht lange: Der Kaufmann erlebte durch Spekulation seinen finanziellen Ruin und wurde gesellschaftlich geächtet. Mit 39 Jahren verließ er Genf.

Erster Friedensnobelpreisträger
1887 ließ sich der Rot-Kreuz-Gründer in Heiden nieder, körperlich und psychisch angeschlagen. Dank der Hilfe von Freunden raffte er sich auf und schrieb seine Memoiren. Verschiedene Publikationen brachten Dunant wieder öffentliche Anerkennung. 1901 wurde ihm der erste Friedensnobelpreis verliehen.

Seine letzten Jahre verbrachte der Humanist und Visionär im Bezirksspital Heiden. Von Depressionen und Verfolgungswahn heimgesucht, empfing er kaum mehr Besuch. Dunant starb am 30. Oktober 1910.

Spielfilm
Henry Dunant
Rot auf dem Kreuz
17. Oktober 2012, 22.25 Uhr