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Dienstag, 20. April
NETZ NATUR
Gruppe von Steinböcken
Die Gehörnten
Der Sprung des Steinbocks in die Gegenwart
Stolz und erhaben blicken sie mit ihren gebogenen Hörnern von den höchsten Gräten: Steinböcke sind aus den Schweizer Alpen nicht mehr wegzudenken. Doch das war nicht immer so: Mehr als 100 Jahre gab es sie nicht mehr im Land.
Jost Schneider, ein St. Galler Lehrer und Tierfilmer, ist ein Jahr lang mit der Kamera in den höchsten Lagen den Steinböcken nachgestiegen und hat unglaubliche Szenen eingefangen. So selbstbewusst und wenig scheu sich die grossen, wilden Alpenziegen präsentieren, so schwierig ist es, die wirklich spannenden Momente in ihrem Leben zu beobachten oder gar zu filmen. Die ritualisierten und die tödlichen Rangkämpfe, die Paarung, die Geburt… Jost Schneider hat all dies dokumentiert und stellt seine Aufnahmen zu Verfügung. So entstand eine Reportage, die den Titel sowohl im direkten als auch im übertragenen Sinn einlöst - sie zeigt, wie in der Natur nicht immer nur die Größten, die Stärksten und die Schönsten zum Zug kommen: Wenn es um die Fortpflanzung geht, herrscht nicht nur bei den Steinböcken Damenwahl - und so geben mitunter auch mal die kleinen Frechen ihre Gene weiter.
Imposante Hörner
Schön spitz
Frech war auch die Art und Weise, wie der Bundesrat um die Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert illegale Aktionen in Italien gebilligt und sogar unterstützt hatte, um die Steinböcke, die seit dem 18. Jahrhundert ausgerottet waren, wieder ins Land zu holen. Er förderte nicht nur den berühmten Fang von drei Steinbock-Kitzen durch Wilderer in einem italienischen Nationalpark.
Er hatte auch nichts dagegen einzuwenden, dass diese illegalen Aktionen bis zum zweiten Weltkrieg unverfroren mit wohl gegen 200 Steinböcken fortgesetzt wurden, aus denen die Wilderer enormen Profit schlugen und mit denen Tierparks in der Schweiz Handel trieben. Dies haben der Bergeller Wildtier-Veterinär Marco Giacometti und verschiedene Historiker minuziös recherchiert und dokumentiert.
Spiel mit dem Tod
Salzsüchtig
Die Sendung webt ein dichtes Netz von Geschichten aus Biologie, Kultur und Naturgeschichte über die mystischen Hornträger und Wappentiere, die heute in einem Teil der Schweiz fast als heilig gelten und in anderen Gebieten bedenkenlos über die Trophäenjagd durch den Staat vermarktet werden. Ein reichhaltiger Bilderbogen über ein Paradebeispiel, wie beeindruckend eine Tierart sich unter unglaublichen Bedingungen in der Natur durchschlägt und wie willkürlich die Mensch mit ihr umspringen.
Sendedaten
24. Juni 2013, um 13.15 Uhr
Sendungsinformation
Die Naturreportage aus der Schweiz
Info
Moderation: Andreas Moser
(Erstsendung: 28.04.2011)