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Video: Nachgefragt: Was ist die Exzelleninitiative?
Die Exzellenzinitiative an deutschen Hochschulen
Förderpakte für Lehre und Wissenschaft
Mit der Exzellenzinitiative wollen Bund und Länder den Wissenschaftsstandort Deutschland stärken und seine internationale Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Dafür stellen sie Milliarden für die Spitzenforschung an Hochschulen bereit.
Bund und Länder beschlossen die Einführung der Initiative im Jahr 2005. Bisher wurden in zwei Förderphasen mehr als 4,6 Milliarden Euro zusätzlich in die Hochschulforschung investiert. 90 Prozent der Gelder wurden vom Bund aufgebracht.

Wissenschaftlichen Nachwuchs fördern
Die Initiative besteht aus drei Förderlinien. Das Geld fließt zum einen in Graduiertenschulen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und in sogenannte Exzellenzcluster, die an den Uni-Standorten "international sichtbare und konkurrenzfähige Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen" etablieren sollen. Das öffentliche Augenmerk richtet sich aber vor allem auf die Förderung von "Zukunftskonzepten", die den inoffiziellen Titel Elite-Uni versprechen. Voraussetzung dafür sind mindestens ein Exzellenzcluster und eine Graduiertenschule an der Hochschule.

Bei zwei Ausschreibungsrunden konnten sich alle deutschen Universitäten bewerben. Nach der Bewertung der Anträge durch internationale besetzte Gutachtergruppen entscheidet ein Bewilligungsausschuss, dem neben Vertretern der Wissenschaft auch die Politik angehört. Bis 2017 dürfen sich elf Unis mit dem Titel Elite-Uni schmücken: Dies sind die HU Berlin, die Unis Bremen, Köln, Tübingen, Konstanz und Heidelberg, die TU Dresden, die LMU und TU aus München, die FU Berlin sowie die RWTH Aachen.

Kritik an der Initiative
Kritiker bemängeln vor allem den Fokus auf die Spitzenforschung, die sich an einzelnen Universitäten konzentriert. Studentenvertreter fordern, dass mit dem Geld besser flächendeckend Studienplätze geschaffen und die Lehre an allen Hochschulen verbessert werden sollten.

Sendung zum Thema
Krise in den Wissenschaften?
Mediathek: Interview
Video Video: Zukunftskonzepte für die Wissenschaften: Wie sieht eine optimale Förderung aus? Fragen an Professor Philipp Harms
Begriffsklärung
"Exzellenz": Der Begriff stammt ab vom lateinischen Verb "excellere", was übersetzt wird mit "sich auszeichnen", "hervorragen".

"Cluster": Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet "Traube", "Bündel", "Haufen". Als soziologischer Fachbegriff bezeichnet es ein "Netzwerk".

"Graduierte": Der Begriff stammt vom lateinischen Substantiv "gradus" und kann als "Maß", "Stufe" oder "Rang" übersetzt werden. Gemeint sind Hochschulabsolventen, die nach ihrem Studienabschluss einen weiteren akademischen Grad erlangen wollen, etwa mit einer Doktorarbeit.

"Elite": Das Wort leitet sich ab vom lateinischen Verb "eligere" und bedeutet "Auswahl". Soziologisch werden damit herausragende Gruppen der Bevölkerung erfasst, zum Beispiel führende Politiker oder Unternehmer.