© junfermann
Buchcover: "Wut, Schuld und Scham
Buchcover: "Wut, Schuld und Scham
"Wut, Schuld und Scham"
Auf der Suche nach verschütteten Bedürfnissen
Hinter dem Empfinden von Wut und Schuld verbirgt sich oft ein Gefühl der Scham und eine Sehnsucht nach Respekt, so die Mediatorin Liv Larsson. Die Autorin von "Wut, Schuld und Scham" plädiert deshalb dafür, sich diesen Gefühlen zu stellen und sie als nützliche Signale, die unsere wahren Bedürfnisse offenbaren, anzuerkennen.
Bislang haben wir diese "kostbaren Ressourcen" missverstanden und versucht, derartige Gefühle zu vermeiden, so Larsson. Wir müssen sie also neu interpretieren, um sie konstruktiv nutzen zu können. "Scham und Schuld leben von Denkmustern, die uns sagen, dass wir 'schlecht' sind, dass wir etwas 'falsch' gemacht haben und uns eigentlich anders verhalten sollten," schreibt die Autorin. Wenn wir aber die Bedürfnisse hinter Wut, Schuld und Scham wahrnehmen, wird es leichter werden, mit diesen Gefühlen umzugehen, denn hinter allem Handeln steht der Versuch, Bedürfnisse zu erfüllen.

Bedürfnisse erkennen
Problematisch wird es dann, wenn wir nicht in Kontakt mit unseren Bedürfnissen stehen. Dann nämlich tendieren wir dazu, bei uns oder anderen nach Fehlern zu suchen. "Wut, Scham und Schuld können anzeigen, dass wir unsere Aufmerksamkeit weg von unseren lebensdienlichen Gefühlen hin zu dem System verlagert haben, in dem Wettbewerb, Rangordnungen und Dominanzdenken zählen." Statt zu versuchen, vor unliebsamen Gefühlen zu flüchten, sollten wir diese eher als Warnung ansehen und erkennen, dass wir nicht mit den zugrunde liegenden Bedürfnissen verbunden sind.

"Wut, Scham und Schuld" bietet - trotz der schweren Thematik - eine entlastende Sichtweise auf negativ konnotierte Gefühle. Die vielen Anekdoten und Beispiele werden durch wissenschaftliche Quellen untermauert. Das Buch ist zwar kein Selbsthilfebuch, orientiert sich aber ebenso an der Praxis.

Sendung zum Thema
© imagestateScham und Schuld
Info
Liv Larsson
Wut, Schuld und Scham
Liv LarssonDrei Seiten der gleichen Medaille
Junfermann 2012
ISBN 978-3-87387-779-5