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Buchcover: "Zehn Regeln für Demokratie-Retter"
Buchcover: "Zehn Regeln für Demokratie-Retter"
"Zehn Regeln für Demokratie-Retter"
An Demokratie muss man immer arbeiten
Für Jürgen Wiebicke ist die derzeitige Demokratie-Krise auf mangelnde Anerkennung und das Gefühl der Ohnmacht der Wähler zurückzuführen. Nach den Wahlen von Demokratie-Verächtern wie Donald Trump - so der Philosoph - erregt man keinen Anstoß mehr, wenn "man mit leichter Hand das Bestehen einer Art Pisa-Test fordert, bevor jemand sein Wahlrecht ausüben darf."
Wiebicke plädiert dafür, das Gefühl zu stärken, dass das eigene Handeln zählt:
"Unser Demokratie-Muskel ist durch lange Passivität derzeit ziemlich untrainiert. Jetzt zwingen uns die Verhältnisse dazu, endlich wieder in Bewegung zu kommen."
Es geht um die Verteidigung einer Lebensform, an der man immer weiter bauen muss und Jürgen Wiebicke scheint hin und her gerissen zu sein, ob man sich zunächst damit auseinandersetzen sollte, warum innerhalb kurzer Zeit in allen Demokratien chauvinistische Politik Zustimmung gewann oder ob schnelles Handeln angeraten ist.

Haltung zeigen und sich engagieren
"Andere Länder haben vorgemacht, wie schnell es gehen kann, die Demokratie in ihrer Substanz zu zerstören. In der Türkei haben ein paar Wochen gereicht, das sollte als Warnung genügen."
Um die Substanz unserer Demokratie zu verteidigen, schlägt Wiebicke zehn Regeln vor. Sie lauten u.a. "Liebe Deine Stadt", "Bleibe gelassen im Umgang mit Demokratie-Verächtern", "Verliere nicht den Kontakt zu Menschen, die nicht deiner Meinung sind" und "Packe Probleme nicht in Watte". Er rät aber auf jeden Fall dazu, von der Couch zu steigen, Rückgrat und Haltung zu zeigen und sich gesellschaftlich zu engagieren. Der schmale Band "Zehn Regeln für Demokratie-Retter" liest sich schnell und flüssig.

Sendung zum Thema
© dpaDemokratie im Stresstest
Info
Jürgen Wiebicke
Zehn Regeln für Deomkratie-Retter
KiWi 2017
ISBN: 978-3-462-050171-4