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Buchcover: "Familienproblem Alkohol"
Buchcover: "Familienproblem Alkohol"
"Familienproblem Alkohol"
"Helfen Sie erst einmal sich selbst!“"
Wie sich die Alkoholkrankheit des Vaters auf eine Familie auswirkt und warum sein Trinkverhalten meist dazu führt, dass auch die Kinder irgendwann abhängig werden, erklärt Sylvia Berke in "Familienproblem Alkohol.“ Der Ratgeber für Angehörige alkoholkranker Männer zeigt Auswege aus der Sucht auf.
Sylvia Berke sammelte Erfahrungen während ihrer jahrelangen ambulanten und stationären Arbeit mit Alkoholkranken und deren Familien. Sie erklärt die versteckten Mechanismen der Sucht, die die anderen Familienmitglieder zu Co-Abhängigen werden lässt.

Generationenübergreifender Kreislauf
Die Angehörigen Abhängiger tendieren dazu, eigene Bedürfnisse zu ignorieren, um das Familiensystem zu stabilisieren.
"Wie ich geschildert habe, funktionieren viele Kinder aus Suchtfamilien scheinbar problemlos. Erst sehr viel später in ihrem Leben fallen sie vielleicht auf durch eine eigene Suchtentwicklung, durch die Wahl eines abhängigen Partners beziehungsweise die automatische Akzeptanz von dessen Suchtentwicklung, durch Depressionen und somatische Beschwerden sowie eine große Verbitterung."

Die Autorin rät Betroffenen, sich selbst zu helfen. Das sei der erste und wichtigste Schritt. Dass auch nach einer erfolgreichen Therapie keine Garantie dafür besteht, dass die Familie wieder glücklich und gesund wird, bleibt nicht unerwähnt. Der Erfahrung nach kann es zu Problemen kommen, wenn bspw. die Partnerin, die lange für alles verantwortlich war, nicht bereit ist, ihre Vormachtstellung aufzugeben. Dann nämlich muss sich der Suchtkranke unbewusst entscheiden, ob ihm seine Abstinenz wichtiger ist und er sich aus dem Familiengefüge löst oder ob er rückfällig wird, um seine Frau in der alleinigen Verantwortungsposition zu belassen. „

"Familienproblem Alkohol" bietet Exkurse über Rückfälle und den Alkoholismus bei Frauen und älteren Menschen. Sylvia Berke rät Angehörigen, die Abhängigen nicht mit Ausreden zu decken, ihren Konsum nicht zu kontrollieren und die Verantwortung für die Krankheit an den Betroffenen zurückzugeben. "Ihre Hilfe kann nur darin bestehen, dass für ihn das Beibehalten des Trinkens immer weniger lohnend wird und dass Sie sein Trinken nicht unterstützen."

Sendung zum Thema
© dpaVolksdroge Alkohol
Info
Sylvia Berke
Familienproblem Alkohol
Wie Angehörige helfen können
Schneider Verlag Hohengehren 2017
ISBN: 978-3-8340-1699-7