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VIDEO: Die Verleihung des 54. Grimme-Preis 2018
10 Jahre "scobel" auf 3sat
Unterhaltung mit Erkenntnisgewinn seit über 250 Sendungen
Seit 17. April 2008 steht donnerstags, um um 21.00 Uhr, in der Sendung scobel ein Wissenschaftsthema im Mittelpunkt. Beim diesjährigen Grimme-Preis, der am Freitag, 13. April, in Marl verliehen wurde, erhielt Gert Scobel eine "Besondere Ehrung".
Gert Scobel sei ein Journalist, der für den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und medialer Vermittlung stehe, urteilte die Jury. Weiter heißt es: "Gerade weil wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten zunehmend weniger Beachtung finden und stattdessen 'gefühlte Wahrheiten' als Argumentationsgrundlage dienen, ist Wissenschaftsjournalismus, wie ihn Gert Scobel prägt, wichtiger denn je".

Immer ein Wissenschaftsthema im Mittelpunkt
Ob es um den Teilchenbeschleuniger CERN, um Konsum, psychische Gewalt oder Mythen geht: In 60 Minuten widmet sich Moderator Gert Scobel zusammen mit seinen Gästen ausführlich und interdisziplinär diesem Thema. Unvoreingenommen und neugierig ist der Dialog zwischen den eingeladenen Experten der unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.
"Ich bin davon überzeugt, dass Fernsehen genauso bilden kann, wie Surfen im Internet, oft sogar besser. Vorausgesetzt man macht ernst mit einer Sendung, die wirkliche Erkenntnis vermitteln und die klüger machen will und vielleicht sogar dabei hilft, sich in einer komplexen Welt besser zu orientieren." (Zitat Gert Scobel)

Johannes Steinbronn, Redaktion scobel, gibt einen Einblick:
"Ein interdisziplinärer Wissenschaftstalk": Das klingt nach 3sat - nach kompliziertem Zeug. Und die Quote? Wieviel hat "scobel" überhaupt? Das ist die eine Reaktion. Aber man hört von unseren Zuschauern auch Sätze wie: "Die Sendung 'scobel' ist der einzige Grund, warum ich noch Beiträge zahle."

Über 250 Sendungen hat die Redaktion "scobel" inzwischen gewuppt mit Hardcore-Wissenschaft wie Dunkle Energie, Komplexität, Gentechnik; manchmal auch lifestyle-artiger wie Sex, Yoga, Glück; oft gesellschaftspolitisch relevant wie Pflege, Fake-News oder den Untergang der Demokratie. Gert Scobel meistert alle diese Themen indem er sich reinbeißt, Bücher wälzt, Gespräche in der Redaktion führt.

Was sagt eigentlich Luhmann dazu?
Eine Frage, die so nie gestellt wurde. Aber irgendwie sitzt Niklas Luhmann immer mit am Redaktionstisch. Luhmann ist für Soziologen das, was Miles Davis für Trompeter ist oder Reinhold Messner für Bergsteiger oder die Biene Maja für die Frühlingswiese. Jemand, den man immer fragen kann. Auch wenn er nicht direkt antwortet. Er weiß trotzdem Bescheid. Also liest die Redaktion Artikel, Studien, Bücher - und fragt Luhmann.

"scobel" setzt nicht auf Krawall, sondern auf Erkenntnis. Die Gesprächsgäste sind hochkarätige Vertreter ihrer Zunft, Vordenker, Systemkritiker. Sie schätzen den Dialog zwischen den wissenschaftlichen Disziplinen. Und sie schätzen den Aftershow- Disput, bei dem es erst richtig zur Sache geht. Eine Erkenntnis der Redaktion: Wissenschaftler trinken gerne Rotwein. Und wenn sie das tun, wird schnell klar, dass die wissenschaftliche Faktenlage gar nicht so unstrittig ist, wie es während der Sendung scheint.

Und so haben alle Themen - auch wenn sie auf den ersten Blick weniger wissenschaftlich anmuten - eine unfassbare Tiefe. Es gibt in nahezu jeder Sendung diese magischen Momente. Dieses: "So hab' ich das ja noch gar nicht gesehen." Es lohnt sich, die 60 Minuten "scobel" anzuschauen. Die Zuschauer wissen das.

Die Quote liegt inzwischen
knapp über einem Prozent Marktanteil. Bis vor sechs Jahren waren das noch deutlich weniger. Mit diesem einen Prozent liegt scobel etwa im Senderschnitt. Das ist von einem interdisziplinären Wissenschaftstalk nicht unbedingt erwartbar.

Apropos Quote: Die Integration von 3sat ins ZDF hat uns in die HR Geschichte und Wissenschaft geführt. Wir sind angekommen im Mutterhaus und durften kürzlich unsere neuen Büros im Hochhaus im ersten Stock beziehen. Und zwar da, wo die vielen Bücherkisten angeliefert wurden.

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scobel
Immer donnerstags um 21.00 Uhr
Info
Seit Februar 2012 ist "scobel" Bestandteil des Sendeplatzes "Wissenschaft am Donnerstag": Um jeweils 20.15 Uhr behandelt eine Dokumentation relevante Fragen aus Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur und Technik. Im Anschluss, um 21.00 Uhr, diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen unter anderem über die gesellschaftlichen und ethisch-moralischen Aspekte des Themas.