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Ohne Wälder gibt es für den Menschen kein Überleben auf der Erde.
scobel: Patient Wald
Um unsere Wälder ist es schlecht bestellt
Wir profitieren in hohem Maße vom Wald - gesundheitlich und ökonomisch. Aber wie behandeln wir die überlebenswichtige Ressource? Wie gesund, wie krank ist der Lebensraum Wald? "scobel" zeigt die bedeutenden Zusammenhänge innerhalb des Ökosystems, analysiert die aktuellen Probleme und stellt die wichtigsten wissenschaftlichen Lösungsansätze für den Erhalt des bedeutenden Lebensraums vor.
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Das komplexe Ökosystem ist durch zahlreiche Eingriffe des Menschen aus der Balance geraten. Klimawandel, Umweltverschmutzung und intensive industrielle Nutzung setzen dem Wald weltweit zu. Seine Regenerationsfähigkeit nimmt ab, die Artenvielfalt geht zurück.

Alle drei bis vier Sekunden vernichten wir Urwald in der Größe eines Fußballfeldes. Ganz so schlimm scheint es in den heimischen Wäldern nicht zu sein. Doch was wir als Wald verstehen, ist meist nichts anderes als eine Baum-Monokultur. Dabei brauchen wir die Wälder zum Überleben. Neben den Weltmeeren sind sie die artenreichsten und wertvollsten Lebensräume unseres Planeten. Nach den Ozeanen haben sie den größten Einfluss auf das globale Klima. Sie sind wichtige Kohlendioxidspeicher und Sauerstoffproduzenten.

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Unsere Wälder: Was sie schon immer wissen wollten
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Gefährdet die Wirtschaft das Naturgleichgewicht?

Der ökologische Kollaps
Der Regenwald, die grüne Lunge der Erde: Hier produziert die Natur nicht nur Sauerstoff, sondern schafft auch eine gigantische Artenvielfalt. Es herrscht das Naturgesetz "Fressen und gefressen werden". Doch das ist es nicht, was den Regenwald zerstört. Schuld daran ist der Mensch, weil er wertvolle Ressourcen plündert. Der Knacks in der Natur ist uns dabei egal. Ob der Zusammenbruch aufzuhalten ist, bleibt abzuwarten.

Fehlender Weitblick führt zum Untergang
Kulturen scheitern und gehen unter, weil der Weitblick fehlt und die Probleme nicht im Einklang mit der Natur gelöst werden. Die Bewohner der Osterinsel brauchten für den Transport ihrer Steinfiguren eine Unmenge von Holz. Der Kahlschlag der Wälder führte zu einer Bodenerosion und Verknappung der Nahrungsmittel. Die Folge: Die Inselbewohner verhungerten. Denselben Fehler machten die Wikinger auf Grönland. Auch sie plünderten den Wald und zerstörten das Weideland. Als eine Klimaverschiebung bevorstand, fehlten die Nahrungsmittel. Eine Knochenanalyse zeigte: Die Wikinger holten nur 20 Prozent ihrer Speisen aus dem Meer. Die Inuit dagegen ernährten sich hauptsächlich von Robben und Walfischen - und überlebten. Aber das wollten die Wikinger nicht lernen.

Brüche verändern die Gesellschaft
Wie gut sind Menschen in der Lage, aus den Brüchen der Geschichte zu lernen und überlebensnotwendige Strategien zu finden? Durch Einsicht und Wissen könnten Kulturen vor dem Untergang geschützt werden. Eigentlich müsste das möglich sein, denn im Zeitalter der Globalisierung herrscht ein reger Austausch von Informationen. Organisationen und Staaten sind miteinander vernetzt. Allerdings führt das auch dazu, dass eine Krise die nächste nach sich zieht. Ökologische Brüche können die Artenvielfalt reduzieren, den Lebensraum verringern und sogar die Existenz bedrohen. Besitzen wir die Intelligenz und die Organisationen, die für eine Krisenbewältigung benötigt werden? Sind gravierende Umweltschäden wesentliche Bestandteile der Zivilisationsgeschichte? Brauchen wir die ökologischen Katastrophen für den Zusammenbruch von Illusionen, für die Entwicklung neuer Verhaltensmuster, für grundlegende Veränderungen der Kulturen?

Im Konfliktfall gewinnt die Industrie

Der Wert der Natur wird viel zu niedrig geschätzt
Seit Beginn der Industrialisierung beutet der Mensch die Ressourcen der Erde immer schneller und umfassender aus. Noch hält dieser Raubbau mit verheerenden Folgen für die Umwelt an. Selbst bei gewaltigen Umweltkatastrophen sind die Schadensersatzleistungen der Verursacher so niedrig, dass es sich lohnt, wie bisher weiterzumachen.Das liegt zum einen an der juristischen und politischen Macht der Großkonzerne, zum anderen daran, dass wir die geldwerten Leistungen der Natur viel zu gering einschätzen und deshalb in ihren Erhalt nur wenig investieren. Die Brandrodung der Urwälder vernichtet nicht nur Lebenswelten in Brasilien, sondern auch auf den Malediven. In baldiger Zukunft werden die Inseln im Meer verschwinden. Die Kosten, die durch den weltweiten Klimawandel entstehen, werden auf jährlich 500 Milliarden Dollar beziffert. Der Wert eines Inselparadieses lässt sich gar nicht ermitteln.

Der deutsche Wald ist seit der Zeit der Romantik ein viel besungenes Nationalgut. Doch trotz abnehmender Bevölkerung, steigt der Raubbau an der Natur. Ein Drittel der heimischen Tiere sind vom Aussterben bedroht, weil ihre Lebensräume zunehmend verschwinden. Wälder werden abgeholzt und Auen trockengelegt. Jeden Tag werden 100 Hektar Natur bebaut, um Platz für neue Siedlungs- und Verkehrsflächen zu bekommen. Es heißt, eine gut ausgebaute Infrastruktur sei wichtig für wirtschaftliches Wachstum. Fragt sich nur, ob ein solches Wachstum wirklich das Schrumpfen des Waldes aufwiegen kann.

Vom Nutzen eines Baumes

Der Freiburger Mooswald, ein Gebiet mit einer Fläche von 2000 Hektar, war Gegenstand einer Studie, die den wahren Wert des Waldes ermitteln will. Jeden Tag suchen dort viele Menschen Entspannung und Erholung. Verrechnet man die Zahl der Besucher mit den Kosten für die Instandhaltung, müsste jeder Mensch ein Eintrittsgeld von 23 Cent zahlen. Das erscheint preiswert, doch damit hat man dieses komplexe Ökosystem mit seiner biologischen Vielfalt noch lange nicht erfasst. Eine etwa 120 Jahre alte Eiche mit ihrem geraden Stamm und wenig Astlöchern würde auf dem Markt rund 2500 Euro kosten. Allerdings ist das nur der Wert des Holzes.

Der ideelle Wert müsste wesentlich höher veranschlagt werden

Wie Artenvielfalt unser Überleben sichert, zeigt folgendes Beispiel: Dreiviertel unserer Ernährung hängt heute von zwölf Pflanzenarten ab. In den 1970er Jahren schädigte ein Virus die Reisernte in Asien und gefährdete die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen. Es begann eine fieberhafte Suche nach einer Reissorte, die gegen das Virus immun war. Dazu wurden 6.000 Sorten untersucht. Nur eine erwies sich als widerstandsfähig. Sie stammte aus einem Tal des Himalaya, das später geflutet wurde. Der resistente Wildreis verschwand. Forscher kreuzten ihn mit Hochertragssorten. Die so entstandene neue Sorte ist heute in Asien weitverbreitet. Doch lässt sich nicht vorhersagen, welche Krankheiten und Umweltbelastungen die Reisernten der Zukunft gefährden. Ohne den Erhalt der genetischen Vielfalt lassen sich diese Probleme nicht bewältigen.

Handeln wider besseren Wissens

Das Gleiche gilt für die Gewinnung von Medikamenten. Südafrika ist die Heimat der Kap-Pelargonie. Die Wurzel dieser Pflanze enthält einen Wirkstoff, der von den Einheimischen gegen Bronchitis benutzt wird. Leider wird solch traditionelles Wissen zunehmend von westlichen Firmen ausgebeutet, ohne dass die Herkunftsländer und ihre heilkundige Bevölkerung angemessen beteiligt werden. In solchen Fällen spricht man von Biopiraterie. Eine Beteiligung der Ursprungsländer wäre nicht nur eine Sache der Gerechtigkeit. Man würde auch Anreize schaffen, die eigene Artenvielfalt besser zu schützen. Derzeit sind zwölf Prozent der Erdoberfläche als Naturschutzgebiete deklariert. Um das Artensterben zu stoppen, müssten es aber 20 Prozent sein. Im Konfliktfall siegen immer noch die Interessen der Industrie.

Naturschützer haben jedoch errechnet, dass diese Gebiete geldwerte Leistungen erbringen, die höher liegen, als das was Automobil-, Stahl- und IT-Industrie erwirtschaften. Bleibt die Frage, warum der Mensch gegen sein besseres Wissen handelt und warum er die Schädigung und Zerstörung des Ökosystems Erde bewusst in Kauf nimmt. Vielleicht ist sein Gehirn einfach unfähig, zu erkennen, dass die Pflege der Natur jenseits des eigenen Gartenzaunes nicht aufhört.



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scobel
"Patient Wald"
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27. April 2017, um 21.00 Uhr
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