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Der Zauber der Schönheit
Wie hoch ist der Preis der Schönheit?
Gutes Aussehen schafft Anerkennung und Bewunderung, aber auch Neid und Eifersucht. Vieles deutet darauf hin, dass Schönheit nicht nur das Hässliche, sondern vor allem das Mittelmaß braucht, um sich als besondere Erscheinung von der Masse abzuheben.
  • Was ist "schön" überhaupt?
  • Lassen sich Kriterien und Normen definieren, die helfen zu entscheiden, wer oder was schön ist?
  • Ist Schönheit universell? Oder entwickeln unterschiedliche Kulturkreise verschiedene Schönheitsideale?
  • Haben sich die Vorstellungen von Schönheit im Laufe der Geschichte tatsächlich verändert?
  • Wo stehen wir heute im Umgang mit Schönheit?

Studie / Umfrage

Wie fühlt es sich an, etwas Schönes zu sehen, zu hören, zu erleben?
Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik sucht Teilnehmer/innen für eine großangelegte Studie (online-Fragebogen), die das Erleben von Schönheit untersucht.
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Andere Länder, andere Schönheitsideale

© dpa
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land. Schönheit ist relativ und auch von Land zu Land verschieden. Was bei uns als schön gilt, kann in einem anderen Land als hässlich erachtet werden.
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Körperideale im Wandel der Zeit

Schlanke Menschen gelten als attraktiv und gesund. In der Antike wurde Dicksein von den Spartanern verachtet und bestraft. Auch während des Mittelalters galten beleibtere Menschen als maßlos und gefräßig. Doch es gab Zeiten, in denen Fettleibigkeit mit Fruchtbarkeit, Schönheit und Macht in Verbindung gebracht wurden.

Üppig in der Steinzeit
Große, hängende Brüste, dicke Beine, runder Bauch und üppiger Po: In der Steinzeit galten vermutlich üppige Formen als schön. Dies verkörperten jedenfalls Skulpturen aus dieser Zeit. Ein berühmtes Beispiel ist die "Venus von Willendorf", eine Venusfigurine aus der jüngeren Altsteinzeit. Die Skulptur entstand um 25.000 v. Chr. und gilt als Fruchtbarkeits- und Schönheitssymbol dieser Zeit. Ähnliche Aufschlüsse gibt auch die Venus vom hohen Fels.

Sportlich in der Antike
Im antiken Griechenland galt die Ausgewogenheit der Proportionen als wichtiges Schönheitsmerkmal. Eine schlanke "Sanduhrsilhouette" war Zeichen für Fruchtbarkeit und Gesundheit einer Frau und spiegelte die Gewohnheiten dieser Zeit: Die Menschen führten damals ein aktives, sportliches Leben im Freien.

Knabenhaft im Mittelalter
Im Mittelalter wurden Frauen auf Gemälden fast maskulin ohne üppige Proportionen gezeigt. Dazu gehörten schlanke Arme und Beine sowie eine kleine Brust. Erst im späten Mittelalter, wirkte die knabenhafte Figur durch einen vorgewölbten Bauch etwas weiblicher.

Rundlich in der Renaissance und im Barock
In der Renaissance blieb die Figur des späten Mittelalters zunächst aktuell. Doch die Körpermitte wurde stets runder dargestellt, bis sie schließlich im 16. Jahrhundert fast an einen Schwangerschaftsbauch erinnerte. Ganz anders im Barock. Leibesfülle stand für Reichtum und Wohlstand. Bezeichnend für diese Epoche sind die Frauen auf den Bildern des Malers Peter Paul Rubens. Noch heute stehen sie stellvertretend für das mollige Ideal der damaligen Zeit. Nur bekleidete Damen dieser Zeit mussten sich in ein Korsett zwängen, um möglichst eine schmale Taille zu haben.

Körperbewusst im 20. Jahrhundert
Mit der beginnenden Emanzipation in den 1920er Jahren achteten Frauen zunehmend auf ihre Figur. Zunächst waren schlanke Figuren modern, die erste Diätwelle erfasste die Damenwelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und in der Zeit des Wirtschaftswunders galten dagegen gut genährte Körper als weiblich und attraktiv. Allgemein wurde das Schönheitsideal stark durch Filmschauspielerinnen wie Marlene Dietrich oder Marylin Monroe geprägt. Während diese noch mit weiblichen Rundungen daherkamen, verursachte das dünne Model Twiggy einen neuen Körpertrend. Seither galten schlanke Körper als attraktiv. Frauenkörper durften an den richtigen Stellen etwas runder sein. Seit den 80er Jahren wurden den Idealmaßen von: 90 - 60 -90 mit Hilfe von Aerobic, Fitness und Diäten nachgeholfen.

Schlankheitswahn im 21. Jahrhundert
Doch es geht noch schlanker. Die Laufstegmodels wurden im Laufe der letzten Jahre immer dünner. Schauspielgrößen aus Hollywood übereifern sich im Abnehmen. Dort trägt Frau die Maße: 80 - 55 - 80. Neben Sport- und Diätenwahn sorgt die plastische Chirurgie für den perfekten Körper. Nur langsam wird die Notbremse gezogen: Models dürfen nicht mehr magersüchtig sein, in der Werbung wird auf normale Figuren gesetzt. Mittlerweile verzichten auch einige Frauenzeitschriften auf klassische Models.

Nur wenige Veränderungen bei den Männern
Beim männlichen Ideal gab es in den Epochen weniger Veränderungen als beim weiblichen Geschlecht. Vom stattlichen Herrn aus der Barockzeit hat sich heute ein Trend zum feingliedrigen, aber dennoch muskulösen Jüngling entwickelt. Gefragt ist aktuell eine schlanke und zugleich muskulöse Silhouette.



Auf dem Markt der Schönheit herrscht großer Andrang
Schöne Menschen werden einerseits umworben und begehrt, was ihnen Privilegien und Macht verschafft, stehen andererseits aber auch am Rande einer Gemeinschaft und müssen gegen Eifersucht kämpfen. Es ist also kein Wunder, dass sich viele Menschen mit einem eher durchschnittlichen Erscheinungsbild zufrieden geben wollen, auch wenn sie Schönheit anzieht.

<b>Was ist das deutsche Schönheitsideal? <br /></b> Wir haben  Dr. Gerhard Sattler, Leiter der Rosenpark Klinik in Darmstadt dazu befragt.
Interview
Was ist das deutsche Schönheitsideal?
Wir haben Dr. Gerhard Sattler, Leiter der Rosenpark Klinik in Darmstadt dazu befragt.
<b>Wieviel Schönheit brauchen Sie? </b><br /> Wie wichtig ist Ihnen Aussehen? Wir haben uns in der Darmstätter Innenstadt umgehört. </b>
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8. Dezember 2016, um 21.00 Uhr
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Gedanken von Gert Scobel
zum Thema der Sendung.
Gäste der Sendung
- Lisa Schmalzried
- Winfried Menninghaus


Gemeinsam mit seinen Gästen durchleutet Gert Scobel den menschlichen Schönheitskult.