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Forscher untersuchen u.a, wie die Darmflora mit neurologischen Prozessen im Gehirn zusammenhängt.
Das rätselhafte Leben in uns - Revolution Mikrobiomforschung
Zusammenhang von Krankheiten mit bakteriellen Dysbalancen im Darm
Ob Übergewicht, Alzheimer, Diabetes und Depressionen, Autismus, Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten - Forscher sehen immer mehr Zusammenhänge einer Vielzahl von Krankheiten mit bakteriellen Dysbalancen im Darm. Sie erkennen im Mikrobiom die Schaltzentrale des Immunsystems und erforschen neuerdings auch den Zusammenhang der Darmflora mit neurologischen Prozessen im Gehirn.
  • Was ist eine gesunde Darmflora?
  • Was passiert, wenn ein Teil des bakteriellen Ökosystems im Darm aus der Balance gerät?
  • Welche Mikroben machen schlank und schlau?
  • Warum fördern Haustiere und Gartenarbeit die Gesundheit, übertriebene Hygiene jedoch nicht?
  • Wie greifen die moderne Krankenhaushygiene, industrielle Nahrung, Arzneimittel und Umweltgifte massiv in die gesunde Vielfalt der Mikroorganismen ein?
  • Wie funktioniert eine Fäkaltransplantation? Und welche Risiken bergen Antibiotika?

Welche Rolle spielen Bakterien in der menschlichen Evolution?
InterviewInterview
Ruth Ley zum Thema Mikrobiom
Die Mikrobiota hat sich entwickelt und verändert. Die bakterielle Besiedelung der Menschen heute hängt mit der jeweiligen geographischen Umgebung und der damit verbundenen Lebens- und Ernährungsweise zusammen. Wir haben dazu Ruth Ley, Direktorin des Tübinger Max-Planck–Instituts für Entwicklungsbiologie befragt.
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Superfood Muttermilch - Viel mehr als nur ein Nahrungsmittel

Mit mehr als 200 verschiedenen Zucker-Molekülen besitzen Menschen die komplexeste Muttermilch aller Säugetiere. In den ersten Tagen nach der Geburt dient die Muttermilch weniger dazu, die kindliche Ernährung sicherzustellen. Stattdessen fördern die zahlreichen in der Muttermilch befindlichen Zucker-Moleküle anscheinend gezielt die Besiedelung des bis dato keimfreien Darms der Neugeborenen mit Bakterien. Im Verlauf der Stillzeit ändert sich die Zusammensetzung der Zucker-Moleküle in der Muttermilch. Damit verändere sich auch die Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft - das Mikrobiom - im Darm. Heute ist bekannt, dass das Mikrobiom nicht nur die Darmgesundheit selbst, sondern den Stoffwechsel insgesamt sowie die Entstehung von Übergewicht oder Asthma beeinflusst.

Darmbakterien steuern Sättigungsgefühl

Über das Sättigungsgefühl eines Menschen entscheiden womöglich auch die Bakterien in seinem Darm mit. In Zell- und Tierversuchen zeigten Wissenschaftler, dass Escherichia coli-Bakterien einige Zeit nach dem Essen Signale aussenden, die auf ähnlichen Wegen wie der Körper ein Sättigungsgefühl hervorrufen und die weitere Nahrungsaufnahme einschränken.

In den vergangenen Jahren haben verschiedene Studien gezeigt, dass die Bakterien im Verdauungstrakt einen wichtigen Einfluss auf die menschliche Gesundheit besitzen. So wurde klar, dass einige Bakterienarten wohl Übergewicht fördern oder mit der Entstehung von chronischen Darmentzündungen, Diabetes oder Allergien in Verbindung stehen. Studien zeigen, dass sich die Darmflora Übergewichtiger und Normalgewichtiger unterscheidet.

Acht Meter lang, 400 Quadratmeter Fläche: Der Darm

Viele verschiedene Bakterien in unserem Körper und insbesondere in unserem Darm halten uns fit. Gerät das Gleichgewicht aus den Fugen, werden wir krank. Der Darm hat von allen Organen die größte Fläche im Kontakt mit Umgebungsreizen wie der Nahrung. Mit seiner 300 bis 500 Quadratmeter großen Oberfläche erschließt er die Nahrung. Was vom Magen gewalkt und mit Säure verdaulich gemacht ist, verarbeitet der Zwölffingerdarm weiter, der Anfang des Dünndarms. Er mischt Enzyme aus der Galle und der Bauchspeicheldrüse zu. Der Dünndarm regelt auch den Übergang aufgeschlossener Nährstoffe ins Blut. Der Darm braucht Ballaststoffe, geeignete Flüssigkeit und Bewegung, um gut zu funktionieren. Verstopfungen lassen sich so vermeiden und blähungsfördernde Gase können sich lösen. Zusätzlich erleichtern langsames, genussvolles Essen, gründliches Kauen und ausreichend Ruhe und Entspannung den Verdauungsorganen die Arbeit.



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Symbiose von Mensch und Mikroben
Erst seit wenigen Jahren beginnen Mediziner, Mikrobiologen, Psychologen und Neurologen zu erkennen, wie einschneidend die Symbiose von Mensch und Mikroben die Gesundheit von Körper und Psyche mitbestimmt.Jeden Tag wächst das Wissen darüber, wie stark die körperliche und psychische Gesundheit des Menschen von seinen bakteriellen Mitbewohnern abhängt. Jeder Mensch lebt mit 40 bis 100 Billionen von Mikroorganismen, die Haut, Schleimhäute und insbesondere den Darm besiedeln.

<b>Jeder Mensch hat ein individuelles Mikrobiom </b><br />Wir leben in Symbiose mit über 40 Billionen Bakterien, Pilzen, Archaeen und Viren.  © fotolia
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Jeder Mensch hat ein individuelles Mikrobiom
Wir leben in Symbiose mit über 40 Billionen Bakterien, Pilzen, Archaeen und Viren.
<b>Die Mutter gibt uns das Mikrobiom mit</b><br />Erster Kontakt:  "Geimpft" wird ein Kind mit dem Mikrobiom bei der Geburt.
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<b>Bakterien sorgen für unser Wohlbefinden</b><br />Viele verschiedene Bakterien - insbesondere in unserem Darm - halten uns fit.
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Viele verschiedene Bakterien - insbesondere in unserem Darm - halten uns fit.


Leseecke

<b>Mikrobiom" </b><br />Das umfassendste Fachbuch, das es derzeit zu diesem Thema in deutscher Sprache gibt. [Artikel] © De Gruyter
Mikrobiom"
Das umfassendste Fachbuch, das es derzeit zu diesem Thema in deutscher Sprache gibt. [Artikel]
<b>"Die stille Macht der Mikroben"</b><br /> Wie wir Darmbakterien bei der Arbeit unterstützen können - Sachbuch von Alanna Collen.[Artikel]  © Riemann
"Die stille Macht der Mikroben"
Wie wir Darmbakterien bei der Arbeit unterstützen können - Sachbuch von Alanna Collen.[Artikel]






Sendedaten
scobel
" Das rätselhafte Leben in uns - Revolution Mikrobiomforschung"
Wissensmagazin am Donnerstag,17. November 2016, um 21.00 Uhr
Wissenschaft am Donnerstag
Video
Kolumne
Unser enges Zusammenleben mit den Bakterien
Gedanken von Gert Scobel
zum Thema der Sendung.
Gäste der Sendung
Michael Blaut
Mikrobiologie
Giulia Enders
Bestsellerautorin
Paul Enck
Neurogastroenterologe

Gert Scobel und seine Gäste diskutieren über die revolutionären Erkenntnisse der Mikrobiomforschung.