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Rasse, Blut und Gene
Der neue Rassismus und die
"Neuzüchtung des Menschen"
Mit der revolutionären Technik des "genome editing" lässt sich das Genom mit einfachsten Mitteln passgenau und präzise optimieren. Nimmt die Menschheit die Evolution bald selbst in die Hand? Was bedeutet das für unsere Gesellschaft?
Die Erforschung des menschlichen Genoms, die sich zur Jahrtausendwende erstmals auf industrieller Basis entwickelte, ist seit kurzem in eine entscheidende neue Phase eingetreten. Das Bearbeiten des menschlichen Genoms ist weitaus leichter und schneller möglich, als dies noch vor zwei Jahren für möglich gehalten wurde. Die aktuellen Entwicklungen in der Gentechnik, zu denen auch sehr präzise Eingriffe in die Keimbahn gehören, überschlagen sich geradezu. Das eröffnet, wie die Dokumentation "Schöne neue Gentechnik" zeigt, einerseits neue medizinische Möglichkeiten, birgt aber andererseits auch eine Reihe unübersehbarer Gefahren.

Bislang hielten einzig und allein die ethischen Standards von rund 12 hochindustrialisierten Ländern einzelne Forscher und Laborteams davor zurück, tatsächlich das zu tun, was ihnen nun auf eine völlig neuartige, präzise und preiswerte Weise erstmals zu tun möglich ist – einen direkten Eingriff in die menschliche Keimbahn zu vollziehen und damit alle Zellen eines Lebewesens und die seiner Nachfahren zu verändern. Was passiert, wenn die ethischen Standards, wie derzeit in England, vermutlich auch in China, tatsächlich fallen? Sind Designerbabies noch die harmlose Variante einer Neuzüchtung des Menschen, die vor einigen Jahren in der sogenannten "Menschenpark-Diskussion" um Peter Sloterdijk noch in weiter Ferne gerückt schien? Diesen Fragen geht Gert Scobel gemeinsam mit seinen Gästen nach.

Mediathek: Interview

Über Sinn und Unsinn des Rassebegriffs
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Interview mit Mo Asumang
Mo Asumang hält die Idee der reinen Rasse für absurd. Wenn es tatsächlich eine reine Rasse gegeben hat, dann in Afrika. Danach hat sich alles vermischt.
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Was versteht man unter Eugenik?
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Interview mit Thomas Lemke
Der Sozialwissenschaftler Thomas Lemke spricht unter anderem darüber, wie der Rassegedanke in die Eugenik gelangt ist.
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Seit wann gibt es die genetische Herkunftsanalyse?
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Interview mit Dr. Peter Schneider
Dr. Peter Schneider:
Das Verfahren wurde in den letzten 10 Jahren entwickelt. Es ist dem technischen Fortschritt gedankt und auch den Erfolgen des Human Genome Projekts, wo sämtliche menschlichen Gene kartiert worden sind und sozusagen eine Musterkopie des humanen Genoms verfügbar geworden ist.
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Der perfekte Mensch
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Sendedaten
"Rasse, Blut und Gene "
"scobel" am Donnerstag, 14. April 2016, um 21.00 Uhr
Gäste der Sendung
Gert Scobel diskutiert in der Sendung "Rasse, Blut und Gene" mit seinen Gästen über neuen Rassismus und die "Neuzüchtung des Menschen":

Veronika Lipphardt
Wissenschaftshistorikerin
Universität Freiburg

Diethard Tautz
Genetiker und Biologe
Max-Planck-Institut für Evolutionsbiologie in Ploen

Christian Geulen
Historiker
Universität Koblenz

Scobels Kolumne
Das Phänomen "Rassismus" macht mir Sorge
Innenansichten von Gert Scobel
zum Thema der Sendung "Rasse, Blut und Gene"
Mediathek: Scobels Buchtipps
© Suhrkamp VerlagVideoVideo: "Eugenik und
andere Übel"
Buchempfehlung zum Thema
© fischer"Mo und die Arier"
Allein unter Rassisten
und Neonazis

In ihrem Buch begibt sich Mo Asumang auf die Suche nach Bedeutung und Herkunft des Begriffs "Arier" und hinterfragt dabei ihre eigene Identität als Deutsche mit ghanaischen Wurzeln.
Rezension
"Rassismus. Die 101 wichtigsten Fragen"
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