Donnerstags, um 21.00 Uhr
Kalender
Oktober 2017
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
25
26
27
28
29
30
01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
01
02
03
04
05
In vielen Ländern der Erde ist der Hanfanbau verboten.
Cannabis - mehr als nur ein Rauschmittel
Marihuana als medizinisches Therapeutikum?
Über sechs Jahrtausende war Hanf nicht nur Nahrungsmittel sondern auch ein ökonomisch wichtiger Lieferant für Fasern und Medizin. Hanf wurde in fast allen europäischen und asiatischen Ländern angebaut und stellte eine wichtige Rohstoffquelle für die Herstellung von Seilen, Segeltuch, Bekleidungstextilien, Papier und Ölprodukten dar. Die geschichtliche Bedeutung des Rohstoffes Hanf beruht vor allem auf der Nutzung der Faser als technisches Textil.
In den 1930er Jahren setzte die Marihuana-Prohibition die Produktion von Hanf unter Druck: In vielen Ländern der Erde wurde der Hanfanbau - unabhängig davon, ob es sich um Nutz- oder Drogenhanf handelte - verboten. Und ist es teilweise bis heute. Erst in den 1990er Jahren wurden in vielen Ländern die Anbauverbote für Nutzhanf aufgehoben.

Marihuana in der Medizin
Heute findet Marihuana vermehrten Einsatz als medizinisches Therapeutikum. In der Forschung rückt das medizinische Potenzial von CBD, neben dem rauschauswirkenden THC ein weiteres Bestandteil von Cannabis, immer stärker ins Licht: sowohl in der Krebsforschung, etwa bei der Behandlung von Hirntumoren oder Brustkrebs, als auch bei Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, sowie in der kardiologischen Forschung. Eine Untersuchung der Nationalen Gesundheitsinstitute der USA zeigt, dass CBD ein "großes Behandlungspotenzial besitzt, indem es oxidativen Stress, Entzündungen, Zelltod und Fibrosen dämpft". Vor allem bei der Behandlung von diabetischer Kardiomyopathie verspreche es gute Wirkungen.

Bekannt und erprobt ist auch, dass Multiple Sklerose, Aids, Depressionen, das Glaukom - Cannabis senkt den Augeninnendruck - und das Tourette-Syndrom, erfolgreich mit Cannabis behandelt werden können. Bei 34 weiteren Krankheiten liegt es zudem sehr nahe, dass Cannabis positiv wirkt. Das Spektrum reicht von der Parkinson-Krankheit über Schlaganfall bis hin zu Anämie.

In vielen Ländern der Erde wie z.B. in den USA oder in Israel, werden mit Cannabis gute medizinische Erfolge erzielt. Trotzdem halten viele Staaten an einem Verbot von Cannabis fest.

Sorgfältiger Umgang mit Cannabis
Denn: Der Gebrauch von Cannabis birgt auch Gefahren, insbesondere in der Pubertät. Die unmittelbaren Risiken des Konsums von Cannabis sind in erster Linie psychischer Natur. Problematisch ist die partielle Unvorhersehbarkeit der Wirkung, die stark von der Konstitution und psychischen Verfassung der Konsumenten abhängt. Selbst bei erfahrenen Konsumenten können sich bei hoher Dosierung unangenehme Wirkungen einstellen. Durch die Einnahme von Cannabis - besonders von hohen Dosen THC - können akute psychotische Symptome ausgelöst werden. Man geht aber davon aus, dass bei vulnerablen (anfälligen) Personen, die Cannabis konsumieren, eine bislang verborgene psychotische Erkrankung eher zum Ausbruch kommt als bei abstinenten. Und: Regelmäßiger Cannabiskonsum kann zu einer psychischen und einer milden körperlichen Abhängigkeit führen.

Kennzeichnend für eine Abhängigkeit sind erfolglose Versuche, den Konsum zu reduzieren oder einzustellen. Solche Versuche gehen oft mit typischen Symptomen wie innere Unruhe, Nervosität, Ängstlichkeit oder Depressionen einher.





Sendung zum Thema
© reuters Cannabis – Medizin oder Droge?
Ist das Verbot nach wie vor sinnvoll?