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Ob Öl, Gas oder andere Rohstoffe - die Erde kommt an ihre Grenzen
Kolumne: Wir entnehmen mehr, als wir sollten
Gert Scobels Gedanken zu "Rohstoffen"
Eigentlich gibt es nicht viel zu sagen. Vielleicht nur so: Jedes Jahr rückt der sogenannte Welterschöpfungstag ein paar Tage weiter nach vorne. 2010 fand er am 21. August statt, 2013 am 20. August und dieses Jahr am 13. August. Das bedeutet: Ab diesem Tag übersteigt unsere jährliche Nachfrage nach Ressourcen die Möglichkeiten der Erde, diese Kapazität, diese Rohstoffe zu reproduzieren, also neu zu bilden.
Einfacher gesagt: Wir entnehmen mehr, als wir sollten. Das ist im Grunde kollektiver Idiotismus. Oder, etwas pathetischer formuliert: ein in die Zukunft verschobener Selbstmord. Wir nehmen in Kauf, dass unsere Nachfahren nicht mehr leben können, weil wir heute bereits ihre zukünftige Lebensgrundlage verbrauchen.

Gegenwärtig überfordern wir die Tragfähigkeit der Erde um geschätzte 50 Prozent. Bald brauchen wir eine weitere Erde um auch in Zukunft so zu leben wie jetzt. Ist es nötig darauf hinzuweisen, dass es diese zweite Erde nicht gibt, auch nicht auf dem Mars?

Warum also handeln wir so?
Könnten wir überhaupt anders? Wir wissen diese Dinge oft sehr genau. Sie sind gut untersucht. In den letzten hundert Jahren hat sich die Bevölkerung vervierfacht, wir verbrauchen neun mal mehr Wasser, die Wirtschaft ist um den Faktor 14 gewachsen, der Energieverbrauch um das 16fache gestiegen - und wir stoßen 13 mal mehr Kohlendioxid aus. Das wissen wir. Trotzdem schmeißen wir be- und verarbeitete Rohstoffe weg, jeden Tag - ohne uns auch nur einen Gedanken darüber zu machen, was wir da wegschmeißen und ob wir nicht das, was wir wegschmeißen anders und weiter nutzen könnten.

Konzepte dazu gibt es viele
Doch es ist klar: Ein einziges, universales Konzept gibt es nicht. Die Frage, der die Sendung "Rohstoffe: Der Fluch der knappen Güter" nachgeht, ist denkbar einfach: Wie ist die Faktenlage? Und wenn sie so ist, wie beschrieben, warum ändern wir dann nichts? Und wenn wir etwas ändern wollten (was man bezweifeln und für reine Rhetorik halten kann), was müssten wir als erstes tun?

Sendung zum Thema
© dpa Rohstoffe: Der Fluc
der knappen Güter

Das skandalöse Geschäft
hinter den Kulissen
Innenansichten
© ZDF_Kerstin_BänschNoch mehr Kolumnen
Warum werden in "scobel" bestimmte Themen aufgegriffen und was ist genau an diesen besonders faszinierend? Gert Scobel hat seine Gedanken dazu niedergeschrieben.