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© dpa
Kindersoldat im Kongo
"Blood In The Mobile" - Blutige Handys
Dokumentation über unsere Verantwortlichkeit
Der Welt-Handy-Kongress: Hier beginnt Frank Poulsen seine Recherchen zum Film "Blood In The Mobile" - auf Deutsch: "Blutige Handys". Poulsen fliegt selbst in den Kongo, in dessen Boden das kostbare, zur Handy-Herstellung unverzichtbare Coltan liegt
Es ist ein armes Land, in dem eine Hand die andere wäscht und illegale Geschäfte an der Tagesordnung sind. Ein Großteil der Minerale, die für die Mobiltelefonherstellung notwendig sind, kommen aus dem Osten Kongos. Die westlichen Industrienationen kaufen diese "Konfliktminerale" und finanzieren so den Bürgerkrieg im Kongo, ein Konflikt, der nach Auffassung von Menschenrechtsorganisationen zu den blutigsten seit dem Zweiten Weltkrieg zählt. "Blood In The Mobile" ist eine Dokumentation über unsere Verantwortlichkeit im Konflikt im Kongo und über die soziale Verantwortung von Unternehmen.






Stichwort Kongo
Die Demokratische Republik Kongo ist mit gut 2,3 Millionen Quadratkilometern fast siebenmal so groß wie Deutschland. Nach Algerien ist die Republik Kongo der zweitgrößte Flächenstaat in Afrika. Auf einem Gebiet, das etwa einem Viertel der Größe der USA entspricht, leben rund 79 Millionen Menschen. Trotz seiner natürlichen Ressourcen leben viele der Bewohner des nur schwach industrialisierten Landes in Armut. Der Kongo ist ein Vielvölkerstaat mit mehr als 200 Ethnien. Das Land hat gemeinsame Grenzen mit Kongo-Brazzaville, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola.

Im an Bodenschätzen reichen Osten Kongos kämpfen seit zwei Jahrzehnten Rebellen und Milizen um die Vorherrschaft. Ihnen werden Massaker an der Zivilbevölkerung vorgeworfen. Die Vereinten Nationen unterhalten dort mit rund 23.000 Blauhelmen die weltweit größte Friedensmission. Konflikte in den Nachbarstaaten tragen ebenfalls zu einer politisch instabilen Lage bei. Hinzu kommt eine meist schwache Zentralregierung in Kinshasa. Jahrelang wurde das Land unter Diktator Joseph-Desire Mobutu ausgeplündert. 1997 folgte auf Mobutu der ehemalige Rebellenführer Laurent-Desire Kabila; nach dessen Ermordung amtiert seit 2001 sein Sohn Joseph Kabila (44) als Präsident. Der in Kinshasa regierende Präsident Kabila will bei Neuwahlen 2016 entgegen der Verfassung zu einer dritten Amtszeit antreten.

Die katholische Kirche, der rund die Hälfte der Kongolesen angehört, gilt als wichtige Mittlerin in dem Land, das 1960 seine Unabhängigkeit von Belgien erlangte. Die Ausbeutung und die teilweise brutalen Menschenrechtsverletzungen durch die belgischen Kolonialherren sowie der seinerzeit überstürzte Übergang des Kongo in die staatliche Souveränität sind weitere Gründe dafür, warum das Land immer wieder von Krisen erschüttert wird. Seit 1999 versuchen die UN, mit ihrer Monusco-Mission den Demokratisierungs- und Friedensprozess im Kongo voranzubringen.

Neben den Rohstoffvorkommen verfügt der Kongo über eine reiche Tier- und Pflanzenwelt. In dem Land befinden sich die größten noch existierenden Regenwaldgebiete Afrikas. Die wohl berühmtesten tierischen Bewohner des Kongo sind die Berggorillas im Nationalpark Virunga. Aufgrund der vielen Konflikte und des teils illegalen Rohstoffabbaus sind allerdings auch Flora und Fauna massiv bedroht.


Sendung zum Thema
© dpaRohstoffe: Der Fluch
der knappen Güter

Das skandalöse Geschäft
hinter den Kulissen
Mediathek: Interview
VideoVideo: Das blutige Geschäft
mit dem Kongo



Fragen an Regisseur Frank Poulsen: Wie ist die Lebenssituation der Minenarbeiter im Kongo? Welche Gruppen kontrollieren die Minen? Und warum ist dieser Krieg im Kongo einer der blutigsten überhaupt? (Interview in englischer Sprache)
DVD-Tipp
LupeDVD "Blood In The Mobile"
DE/DK 2010
Regie: Frank Piasecki Poulsen