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© dpa
YouTube-Videos sind mittlerweile zum Massenphänomen geworden
Die Stars von nebenan
YouTuber faszinieren Millionen junge Leute
Sie sind jung, haben Millionen Fans und verdienen viel Geld: Die Online-Videoplattform YouTube bringt neue Selfmade-Medienstars in Reihe hervor.
Fast jeder kennt die Youtube-Videos, die in den letzten Jahren zum Massenphänomen geworden sind. Inzwischen werden junge Leute auf YouTube sogar zu Stars, besonders beliebt sind sie bei den 12- bis 20-Jährigen. Sie machen Comedy, geben Schminktipps, produzieren flotte Nachrichtenclips oder spielen Computerspiele, erzählen Witze dazu und filmen sich dabei. Oft sind die neuen Medienstars selbst kaum älter als ihr Publikum und haben Millionen Fans. Allein in Deutschland können schon einige Hundert von ihren Videos leben, die Plattform beteiligt sie an den Werbeeinnahmen. Das Prinzip "You tube" - frei übersetzt "Du sendest" - ist zum Beruf geworden.

Unter Jugendlichen in Deutschland ist die Plattform das beliebteste Online-Angebote überhaupt: 30 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nennen YouTube als eine der Webseiten, die sie häufig nutzen. (Auf Platz zwei folgt Facebook.)

Treten bekannt gewordene Videomacher bzw. YouTuber außerhalb der Online-Welt auf, werden sie von Autogrammjägern belagert, von kreischenden Teenies bejubelt. Der Vorteil der Online-Videos ist, ihre Zuschauer können die Videos sofort in sozialen Netzwerken mit Freunden teilen. Und anders als Fernseh-Beiträge stehen die Clips "on demand" zur Verfügung, können also jederzeit abgerufen werden. Das entspricht der Daueronline-Lebenswirklichkeit der jungen Generation. "Eines der wichtigsten Erfolgskriterien auf YouTube ist der Dialog mit dem Publikum", sagt YouTube-Sprecherin Latrache.

"Younow" überträgt Videos live im Netz
Sehr beliebt unter Teenagern ist auch die Plattform "Younow". Eine Art Youtube in Echtzeit. Per Webcam oder Smartphone filmen sich oft sehr junge Nutzer und übertragen die Aufnahmen live ins Netz. Jeder kann zusehen und im Chat Kontakt aufnehmen. Nutzer benötigen nur einen Rechner mit Internetzugang und eine Webcam. Auch per Smartphone mit Kamera und App funktioniert der Dienst. Wer selbst Videos senden will, muss sich anmelden - Zuschauen und Chatten funktioniert ohne Anmeldung. Zuschauer stellen Fragen, die Teenager antworten live im Video. "Was machst du da mit der Nase" oder "Bitte sing mal was hast schöne Zähne hahaha", lauten Kommentare. Beliebte Themen erscheinen als Schlagworte, etwa #deutsch-girl, #deutsch-boy oder #schule. Nach Facebook-Likes und Instagram-Fotos kommt nun die Präsentation im Livestream.

Jugendschützer warnen vor den Gefahren
"Besonders die Einfachheit von Younow fasziniert Jugendliche", sagt Otto Vollmers, Geschäftsführer des Vereins Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM). Damit testen Jugendliche ihre Wirkung im Wettstreit mit anderen Nutzern aus, wie Fachleute sagen. Beliebte Stars auf der Videoplattform YouTube hätten angefangen, "Younow" zu nutzen - so entdeckten auch ihre jugendlichen Fans den Dienst, erklärt das Familienministerium. "Kommunikationsplattformen wie "Younow" sind hoch problematisch", so ein Sprecher des Ministeriums. Das Netzwerk verleite junge Nutzer, Einblicke in deren Privatsphäre zuzulassen - meistens seien sie eindeutig identifizierbar. Die Nutzer "erleichtern so Mobbing durch Gleichaltrige und sexuelle Belästigungen durch Erwachsene."

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