Ganze Sendung " NeuroForum 2015: Alzheimer" ansehen © dpa
 Sendung Sendung
Sendung " NeuroForum 2015: Alzheimer" in der Mediathek
NeuroForum 2015: Alzheimer
Was sind die Ursachen für die Erkrankung?
Schätzungsweise 1,5 Millionen Alzheimer-Patienten gibt es derzeit in Deutschland. Experten gehen davon aus, dass sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln wird. Auch wenn die Prognose nicht in dieser Größenordnung zutreffen sollte, steht fest: Es wird in Zukunft einen erhöhten Bedarf an Pflegeeinrichtungen und Pflegekräften geben.
Aber wie und wo sollen die an Demenz erkrankten Menschen betreut werden? Kümmern sich Familienangehörige um sie? Reichen die Pflegeheime aus? Oder entstehen neue Siedlungen, in denen die Alzheimer-Patienten leben werden?


Stichwort Demenz
Medizinisch bedeutet Demenz eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns, bei der Gedächtnis, räumliches Orientierungsvermögen und das Sprachvermögen zunehmend beeinflusst werden. Die wörtliche Übersetzung aus dem Lateinischen lautet "ohne Verstand sein". Der Betroffene verliert die Kontrolle über sein Denken und damit über sich selbst.

Alzheimer-Erkrankung - die bekanntest Form der Demenz
Rund 60 Prozent aller Demenzerkrankungen werden als Alzheimer diagnostiziert. Bislang gibt es keine Therapie, die die Erkrankung stoppen oder heilen könnte. Symptome können aber gemildert und der Verlauf verlangsamt werden. Zu den Symptomen gehören Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sowie Einschränkungen beim Denk- und Urteilsvermögen, die zu einer langsamen "Auflösung" der Persönlichkeit führen. Auslöser für diesen Prozess sind nach Ansicht von Forschern Eiweißablagerungen im Gehirn. Warum es dazu kommt, ist bislang noch unbekannt.


Alzheimer ist nicht nur ein Zustand
Der Schriftsteller Arno Geiger ist seinem Vater in das "Demenzexil" gefolgt - er nimmt ihn ernst mit all seinen Ängsten und Verwirrungen.
ganzen Artikel lesen

Der Alzheimer-Entdecker
Alois Alzheimer - Arzt, Psychiater, Neuropathologe
Alzheimer (1864 - 1915) studierte Medizin in Berlin, Tübingen und Würzburg. Sein Interesse für das menschliche Gehirn wurde während seiner Zeit als Assistenzarzt in Frankfurt am Main geweckt. 1902 habilitierte Alzheimer an der psychiatrischen Klinik in München, an der er das hirnanatomische Laboratorium leitete. Nachdem er eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten über Erkrankungen des Gehirns publiziert hatte, hielt er 1906 auf einer Fachtagung in Tübingen einen Vortrag, der ihn berühmt machen sollte. In dem Vortrag beschäftigte er sich mit dem Krankheitsbild seiner ehemaligen Patientin Auguste Deter.


Die erste Alzheimer Patientin
© dpa Die 51-jährige Auguste Deter
Die 51-jährige Auguste Deter
Im Jahr 1901 wird eine Frau in die "Städtische Heilanstalt für Irre und Epileptische in Frankfurt am Main" eingeliefert. Sie ist ängstlich, verwirrt, sie ringt nach Worten, ist orientierungslos. Sie ist 51 Jahre alt. Den behandelnden Arzt hält sie für ihren Mann. Alle Fragen beantwortet sie mit: "Auguste". Ihr behandelnder Arzt: Dr. Alois Alzheimer.Alzheimer legt am 25. November 1901 die Krankenakte von Auguste Deter an, dokumentiert die geistigen Veränderungen und den Verfall seiner Patientin. Er bemerkt eine früh auftretende Gedächtnisschwäche, die mit Desorientierung und Halluzinationen einhergeht und zum Tod Deters im Alter von nur 55 Jahren führt.

Beim Sezieren entdeckt Alzheimer in ihrem Gehirn seltsame Ablagerungen: verfilzte Faserbündel und tote Nervenzellen. Die Hirnrinde der Patientin ist viel dünner als gewöhnlich und weist Ablagerungen auf. Noch weiß er nicht genau, wie sich die Zerstörungsprozesse im Gehirn abspielen, doch er schreibt eine Abhandlung über "Eine eigenartige Krankheit der Hirnrinde" und wird damit Jahre später zum Namensgeber der tödlichen Krankheit: Morbus Alzheimer.


Sendedaten
Donnerstag, 9. April 2015,
um 21.00 Uhr
Mediathek
© NZZBeiträge, Interviews und Tipps
Die Videos der Sendung "NeuroForum 2015: Alzheimer"
auf einen Blick.
Gäste der Sendung
Gert Scobel wird im NeuroForum 2015 mit seinen Gästen die Erkenntnisse der aktuellen Alzheimer-Forschung diskutieren:

Christine von Arnim
Neurologin
Universitätsklinikum Ulm

Mathias Jucker
Neurobiologe
Deutsches Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen

Andreas Kruse
Psychologe
Institut für Gerontologie,
Universität Heidelberg
Mediathek: Scobels Buchtipp
© triasVideoVideo: "Alzheimer und Demenzen verstehen" von Wolfgang Maier, Jörg B. Schulz, Sascha Weggen und Stefanie Wolf ist ein durchaus empfehlenwerter Ratgeber.
Mediathek: Videobuchtipps
© springe hogreferVideo"Demenzen" - geschrieben von Thomas Jahn und Katja Werheid ist für alle, die tiefer einsteigen wollen in medizinische Grundlagen der Demenz.

"Cell Aging: Molecolar Mechanism and Implications for Disease" von Christian Behl und Christine Ziegler zeigt molekulare Zusammenhänge des Älterwerdens auf: lesenswerte Fachliteratur.