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© Reuters Lupe
Vergewaltigungen werden eingesetzt,um den Gegner zur Unterwerfung zu zwingen
Vergewaltigung als Waffe
Machtinstrument: sexuelle Gewalt in Kriegen
Die Gewalt kommt mit der Gewalt. In vielen bewaffneten Konflikten übersteigt die Brutalität jegliches Vorstellungsvermögen. Selbst die Körper von Frauen werden zum Schlachtfeld, um ihre Gemeinschaften in ihren Grundfesten zu treffen.
Hunderttausende Frauen werden in Kriegsgebieten vergewaltigt. Die Zahlen sind erschütternd. So werden beispielsweise im Kongo laut einer amerikanischen Studie durchschnittlich pro Stunde 48 Frauen missbraucht. Dabei ist den Tätern kein Mittel zu brutal: Mit Gewehrläufen, Bajonetten und Stöcken vergewaltigen beispielsweise Rebellen im Kongo junge Frauen. Die Tortur dauert oft stundenlang und zum Teil werden die Opfer von bis zu 20 Männern nacheinander missbraucht. Solche Taten würden alle Bevölkerungsgruppen betreffen und die Täter würden nur selten zur Verantwortung gezogen.

Perfide und wirkungsvoll
© dpa Lupe
Vergewaltigung wird ganz bewusst als militärische Taktik eingesetzt.
In fast allen größeren Konflikten unserer Zeit wurde sexuelle Gewalt als Kriegswaffe eingesetzt – von Bosnien bis Ruanda. Ob im Frieden oder in Zeiten des Krieges, Vergewaltigung ist eine besonders perfide Waffe, sie ist einfach zu vertuschen und trifft die Schwächsten. Sie wird ganz bewusst als militärische Taktik eingesetzt, um politische Ziele zu erreichen oder den politischen Gegner zu demütigen. Ziel ist es, die Frauen zu brechen, denn bei solch einer Tat werden die Seelen der Frauen zerstört, ihr Selbstwertgefühl leidet und Traumata entstehen.

Häufig ist aber nicht nur das Leben der betroffenen Frauen zerstört, es trifft die Gemeinschaft, in der sie leben. Ehen zerbrechen daren, weil die Frau beispielsweise ihre Rolle als Mutter nicht mehr erfüllen kann. Die Tat wird häufig auch als kollektive Demütigung empfunden. Aus diesem Grund sprechen viele Frauen lieber erst gar nicht über das Geschehene. Sie haben Angst ausgestoßen zu werden.

Nicht nur die Frauen sind Opfer
Die Vergewaltigungen finden oft vor den Augen der Ehemänner statt, um diese zusätzlich zu demütigen. Für die Männer ist es eine Schmach, wenn sie zusehen müssen, aber nichts dagegen tun können. Solche Wunden verheilen nicht leicht, und sie hinterlassen Narben. Sie zerstören Familien und ganze Gemeinschaften. Nicht selten ist eine ganze Nation betroffen, wenn das Gefühl entsteht, eine ganze Generation von Frauen sei durch den Feind beschmutzt worden.

Meist hat der Missbrauch auch gesundheitliche Folgen, weil die Frauen oft schwere innere Verletzungen davontragen. Sie können häufig Urin und Stuhl nicht mehr halten, werden unfruchtbar oder infizieren sich mit Krankheiten wie HIV. Im Südsudan beispielsweise leiden 55.000 Frauen an Fisteln im Intimbereich, die häufig Folge einer Vergewaltigung sind.

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© colourbox.deVergewaltigung – Was bringen neue Gesetze?
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