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Was ist Psychoneuroimmunologie?
Der ganze Patient steht im Mittelpunkt
Die Psychoneuroimmunologie (PNI) oder Psychoimmunologie ist ein interdisziplinäres Forschungsgebiet, das sich mit der Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems beschäftigt.
Die untersucht also, wie sich der Geist eines Menschen auf sein Verhalten, seine Gedanken und auf das Immunsystem auswirkt und welchen Einfluss das Immunsystem umgekehrt auf den Geist hat. Das Gehirn und unser Immunsystem stehen in ständigem Austausch miteinander, kommnizieren durch Botenstoffe. Sie sind so eng miteinander verbunden, dass auch ein gestresstes Gehirn über Botenstoffe die Zellen strapazieren kann. Umgekehrt produziert auch das Immunsystem Botenstoffe, die sich direkt auf unser Denken und Fühlen auswirken.


Mediziner fordern ganzheitliche Behandlung
"Wir gehen davon aus, dass es bei bestimmten Erkrankungen wie beispielsweise der Diabetes, die zu hohem Anteil mit einer Depression einhergeht, zu einem Wechselspiel kommt. So bekommen auch viele Menschen nach einem Herzinfarkt Depressionen", so der Psychiater und Psychotherapeut Georg Juckel. Deshalb werden Körper und Geist in der Psychoneuroimmunologie als eine Einheit betrachtet. Der ganze Patient mit seiner Krankheit steht im Mittelpunkt. "Wenn ein Mensch erkrankt ist, kommt eine Linderung oder Heilung erst dann zustande, wenn der Mensch ganzheitlich behandelt wird. Für mich als Chirurg ist der Hauptpfeiler die Schulmedizin. Der Patient sollte aber auch Maßnahmen mitergreifen, um sich selber zu stärken und um seine Umwelt zu verbessern", so der Chirurg Waldemar Uhl.

Eine wichtige Methode bei psychischen Störungen infolge einer Krankheit ist die kognitive Umstrukturierung. "Dabei geht es um problematische Gedanken und Verhaltensweisen, die diese Erkrankungen mit hervorgebracht haben. Wenn es gelingt, diesen dysfunktionalen Gedanken beispielsweise durch Verhaltenstherapie etwas Positives entgegenzusetzen, kann eine kognitive Umstrukturierung gelingen", so Georg Juckel.

Selbstheilungskräfte fördern
Wichtig ist auch, die Selbstheilungskräfte gezielt zu unterstützen und Heilblockaden etwa durch Sport, gesunde Ernährung und Entspannungsübungen zu lösen. Vor allem die Meditation stärkt Muskeln, Herz und das Immunsystem. Darüber hinaus sind soziale Beziehungen ein entscheidender Faktor für die Heilung. Wenn Patienten Zuspruch erfahren und Hoffnung schöpfen, können sie ihre Erkrankung leichter besiegen. Die Erfolge der Psychoneuroimmunologie spiegeln sich in zahlreichen Studien wider. Allerdings steckt diese Richtung in Deutschland - anders als in den USA - immer noch in den Kinderschuhen.

Sendung zum Thema
© apHeile Dich selbst!
Über den Einsatz der Psychoneuroimmunologie
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