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© dpa Lupe
Kurze Geschichte des Buddhismus
Wie sich die Lehre Siddharta Gautamas verbreitete
Etwa 500 vor Christus soll Buddha in Bodhgaya erleuchtet worden sein. Der Mahabodhi-Tempel ist der heiligste Ort des Buddhismus. Errichtet im zweiten Jahrhundert nach Christus gehört er zu den ältesten Kultstätten auf dem indischen Subkontinent. Bis zum heutigen Tag gilt der Tempel als das zentrale Heiligtum für die buddhistischen Gläubigen.
Von hier verbreitet sich die Lehre Siddhartha Gautamas - des Buddha - in viele Teile der Welt. Überliefert von seinen Schülern verbreitet sie sich von Indien ausgehend zunächst in ganz Südostasien und erobert schließlich die westliche Welt. Mittlerweile ist Buddhas friedfertige Lehre mit fast 400 Millionen Anhängern und Nacheiferern zur Weltreligion geworden. Die vielfältigen Schulen des Buddhismus unterscheiden sich durch ihre Berufung auf unterschiedliche Schriften.

Nur Mönche können Erleuchtung erlangen
Dabei gibt es vor allem zwei Hauptrichtungen: Der Theravada-Buddhismus orientiert sich ausschließlich am Pali-Kanon, den frühesten schriftlichen Aufzeichnungen des überlieferten Wortes von Buddha. Der Mahayana-Buddhismus dagegen akzeptiert auch andere, später entstandene Niederschriften, wie den Sanskrit-Kanon. Auf Sri Lanka oder Thailand hat sich der ursprüngliche, strenge Theravada-Buddhismus durchgesetzt. Seine Vermittlung obliegt den Mönchen. Die Theravada-Buddhisten verehren Buddha als den einzigen, sterblichen Lehrer. Das Ziel jedes Theravadin ist es, Arhat - ein Weiser - zu werden. Doch kein Laie, nur ein Mönch, kann Erleuchtung - etwa durch Armut und Entsagung – erlangen.

Anders handelt der Bodhisattwa, das "erleuchtete Wesen" im Mahayana-Buddhismus. Er will aus Mitgefühl allen Wesen zur Erlösung verhelfen - etwa durch Unterweisung. Deshalb ist das Verhältnis Lehrer- Schüler besonders eng. Meditation und Studium sind die Schwerpunkte dieser Schule, wie zum Beispiel die scharfe Debatte, eine Art argumentativer Disziplin zum Schärfen des Geistes. Eine Strömung des Mahayana, die buddhistische, tantrische und Elemente der Bön-Religion verbindet, bestimmt die Glaubensrichtung in Tibet. Sie beruft sich auf Übersetzungen verschiedener Sanskrit-Texte. Außerdem kommt dem Lama - dem geistigen Führer - eine besonders wichtige Rolle zu.

Der Zen-Buddhismus
Lamas entstammen einer lückenlosen Folge von bewussten Wiedergeburten. Die Berühmteste ist der Dalai Lama. Über Korea und China gelangten verschiedene Formen des Buddhismus auch nach Japan. Große Bedeutung erlangte die Schule des Zen-Buddhismus. Neben züchtiger, körperlicher Arbeit und gemeinsamer Rezitation stehen im Zen-Buddhismus vor allem die Konzentration und strenge Meditation im Vordergrund. Eine grundlegende Praxis ist das lange Sitzen mit ineinander geschlagenen Beinen, das so genannte "Zazen". Durch das "In-Sich-Versinken" soll der Meditierende innere Ruhe und Leere erreichen, die "Verbundenheit mit allem", und so der Erleuchtung Schritt für Schritt näher kommen.

Sinnsuchende im Westen haben die buddhistische Lehre vor Hunderten von Jahren durch Reisen nach Asien oder von im Westen lebenden Exil-Buddhisten, vor allem vertriebenen Tibetern, übernommen. Der Buddhismus spricht weltweit immer mehr Menschen an, weil er - anders als die anderen großen Weltreligionen - keine strengen Dogmen kennt und keinen Anspruch auf die absolute Wahrheit erhebt. Er stellt sich sogar der wissenschaftlichen Prüfung.

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