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© colourbox Lupe
In der modernen, westlichen Welt übt der Schüler individuell, ohne ein enges Verhältnis zu seinem Lehrer aufbauen zu müssen.
Yoga heute
Oft wird der meditative Aspekt vernachlässigt
In der klassischen Yogalehre, die es seit Jahrtausenden gibt, lernt und lebt der Yogaschüler 12 Jahre bei seinem Guru. Er wird unter anderem eingeweiht in die acht Pfade des Yoga, die ihn zu Erleuchtung und damit zur Freiheit von allen irdischen Begrenzungen führen sollen. Absolute Klarheit in Handlungen, Gedanken und Gefühlen ist das Ziel, das zwar nicht erreicht, aber angestrebt werden soll.
In der modernen, westlichen Welt dagegen übt der Schüler individuell, ohne ein enges Verhältnis zu seinem Lehrer aufbauen zu müssen. Grundlage der meisten modernen Yogaformen ist das Hatha-Yoga, mit dem Ziel, die Polarität zwischen Körper und Geist zu harmonisieren. Der Körper muss stark und gereinigt sein. Erst dann können die höheren Stufen des Yogas erreicht werden. Die Asanas, die Körperübungen, stehen im modernen Yoga zunächst im Mittelpunkt. Der Schulterstand, eine der Hauptasanas im Hatha-Yoga, soll dem Schüler Geduld und emotionale Stärke bringen. Der Drehsitz öffnet den Körper und entspannt die Muskulatur. Leistungsdenken ist im Yoga fehl am Platz.

Leistungsdenken ist fehl am Platz
Yoga-Lehrerin Tureia Lair sagt: "Es ist für den Menschen wichtig, zu erkennen, dass egal welchen Hintergrund er hat, ob er etwas geschafft hat in seinem Leben oder nicht und erkennt: 'Du bist gut!'. Das ist das Wichtigste im Yoga, zu erkennen, dass jeder von uns gut und perfekt ist. Wichtig im Yoga ist auch, dass es nie weh tun darf." Bei vielen Praktizierenden sind es die körperliche Beschwerden, die sie zum Yoga geführt haben. Sie wollen ihren Körper auf sanfte Weise stärken. Für manche erschließt sich durch Yoga dann auch die spirituelle Ebene.

Ein Wegbereiter des Erfolges von Yoga im Westen ist Swami Siwananda. Er glaubt, viele Seelen aus dem Osten hätten sich im Westen reinkarniert. So sendet er 1957 seinen Schüler Swami Devananda nach Amerika, um dort die Pfade des Yoga zu lehren. Yoga, als "Geschenk Indiens an die Welt", wird dankbar angenommen. Heute gibt es über 300 moderne Yoga-Stile, die mehr oder weniger miteinander verbunden sind. Allein in Deutschland praktizieren fünf Millionen Menschen, unterrichtet von 20.000 Yoga-Lehrern. Die Vielfalt der Asanas ist unermesslich, so zahlreich wie die Lebewesen auf dieser Erde, heißt es in Indien. "Manchmal, glaube ich, wird bei diesen modernen Yogaformen vergessen, dass Yoga eigentlich Meditation ist. Diese ganzen Übungen sind nur das Werkzeug, um dorthin zu kommen", so Tureia Lair.

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donnerstags, um 21 Uhr, in 3sat
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Yoga-Lehrerin Tureia Lair