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Quo vadis Bundeswehr?
Wie sieht das Militär der Zukunft aus? Thema bei scobel Thema am 9. Juni 2016.
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© reuters Lupe
Yoga hat in den Jahrhunderten viele verschiedene Einflüsse erfahren.
Kleine Geschichte des Yoga
Die Einflüsse von Religion und Philosophie
Seit Jahrtausenden gab es in der vedischen Religion Asketen mit konkurrierenden Übungssystemen, deren gemeinsames Ziel es ist, durch Weltentsagung zu höherer Erfahrung zu gelangen. Daraus entstand in Indien die Übungspraxis des Yoga. Yoga bedeutet "anjochen" und "unter Kontrolle bringen". Damit ist die Anbindung des Körpers an die Seele und letztendlich die Anbindung der Seele an das Göttliche gemeint. Der Körper wird zum Instrument der Erkenntnis.
Heute unterscheidet man drei Traditionslinien. Das religiöse Yoga, das klassisch-philosophische Yoga und das Hatha-Yoga. Das religiöse Yoga hat seinen Ursprung im 6. Jahrhundert vor Christus. In dieser Zeit entsteht die letzte Textgruppe der vedischen Religion, die Upanishaden. Sie gelten als die älteste Quelle des Yoga. Themen sind Atemregelung und Meditation, die Wahl des richtigen Ortes und der geeigneten Sitzhaltung.

Meditation hat eine zentrale Bedeutung
Auf das 5. Jahrhundert vor Christus datiert die Niederschrift der Bhagavadgita, der Bibel der Hindus. Hier erhält das religiöse Yoga seine wesentlichen Grundlagen als Übung der "Hingabe an Gott". Ziel ist die spirituelle Transformation, die Auflösung der weltlichen Gebundenheit des Geistes und seine Öffnung für Gott. Zwischen dem 2. Jahrhundert vor und dem 2. Jahrhundert nach Christus ensteht das klassisch-philosophische Yoga. Es basiert auf den Yoga-Sutras des indischen Gelehrten Patanjali. Sie fassen die bisherigen Yoga-Formen zu einem kanonischen Werk zusammen. Die Meditation gewinnt eine zentrale Bedeutung.

Der Hatha-Yoga, im 9. Jahrhundert nach Christus entstanden, führt die Lehren des Patanjali weiter, betont dabei aber die Körperlichkeit. Hier wird die Praxis der Körperstellungen entwickelt, wie wir sie heute kennen. Das letzte Ziel ist aber auch hier die Reinigung des Körpers als Vorbereitung zur Meditation, wie sie seit den Anfängen bis zu Patanjali praktiziert wird. Yoga wird zu Yoga durch das Auflösen der Bindungen an das Ich und der Vereinigung mit dem ursprünglichen, göttlichen Leben. Diese Bewegung wird als Erwachen beschrieben, als tiefste Erfahrung menschlicher Existenz. Sie wirkt sich positiv auf den Körper und den Alltag des Übenden aus.

Unendliche Vielseitigkeit
Diese Bejahung der realen Welt und ihrer Bedürfnisse macht Yoga für den Westen besonders interessant. So wie der Hinduismus eine Fülle von Gottheiten hervorgebracht hat, so hat die Geschichte des Yoga bis heute eine Fülle von Wegen entwickelt. Die sogenannte Yoga-Renaissance im Europa des 19. Jahrhundert war geprägt von westlichen Intellektuellen, die ihrerseits die indische Rezeption beeinflusste. So haben sich östliche und westliche Vorstellungen vermischt. Aber das spricht nur für die unendliche Vielseitigkeit und Anschlussfähigkeit des Yoga-Denkens.

Ein beliebtes Bild in der Yoga-Philosophie ist der Aufstieg auf einen Berg. Es gibt viele, unterschiedliche Wege und jeder Weg gleicht einer langen, mühsamen Wanderung. Es sind kreisende Bewegungen der Bewusstseinsschulung, denn das Ziel kann nur als lockender Horizont umschrieben werden: "Der Aufstieg geschieht, wenn Philosophie zur konkreten personalen Veränderung und Transformation führt."

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scobel
donnerstags, um 21 Uhr, in 3sat
Sendung zum Thema
© mevYoga boomt