Ein schreckliches Beispiel aus der Geschichte ist der Holocaust. Einer seiner Organisatoren, Adolph Eichmann, der von seinem Schreibtisch aus Millionen von Menschen in den Tod schickte. Für die jüdische Philosophin Hannah Arendt verkörpert er die Banalität des Bösen. Für Arendt ist Eichmann kein Dämon, sondern ein Mitläufer, der keine eigene Urteilskraft besitzt. Er ist ein Produkt des Totalitarismus. Denn in der totalen Unterwerfung gegenüber der Obrigkeit existieren Begriffe wie Gut und Böse nicht mehr. Indem der Mensch nur tut, was das Gesetz von ihm verlangt, ist er seiner Menschlichkeit beraubt und somit verantwortungslos.