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Quo vadis Bundeswehr?
Wie sieht das Militär der Zukunft aus? Thema bei scobel Thema am 9. Juni 2016.
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© dpa Lupe
Mit der neuen Methode ist es hoffentlich bald möglich, Hirntumore ohne OP zu bekämpfen.
Viren in der Krebstherapie
Masernviren zerstören Krebsstammzellen
Viren können auch heilen. Mit speziell veränderten Masernviren ist es Forschern vom Paul-Ehrlich-Institut im Tierversuch gelungen, das Wachstum von Tumoren zu stoppen oder sie sogar vollständig aufzulösen. Ihre Idee besteht darin, die Viren so zu verändern, dass sie Krebsstammzellen zerstören. Das sind Zellen, von denen Forscher vermuten, dass sie als Mutterzellen bei vielen Krebsarten vorkommen.
Wahrscheinlich sind sie für die Entstehung von Metastasen verantwortlich - also dafür, dass ein Krebs streut. Am deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg werden mittlerweile die an einem Glioblastom - einem unheilbaren, stark wuchernden Hirntumor - erkrankten Patienten mit Viren behandelt. Bestimmte Parvoviren wie der Parvovirus H1, gelten als ungefährlich für den Menschen. Vor allem aber zeichnet diese Erreger eine besondere Eigenschaft aus: Sie töten infizierte Tumorzellen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

Der Parvovirus ist so klein, dass er die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Das ist ein biologischer Schutzmechanismus, der im Blut zirkulierende Fremdstoffe aus dem Gehirn fernhält. Das Virus wird durch die Blutbahn verabreicht, wobei es direkt ins Gehirn gelangt. Eine andere Variante besteht darin, es während einer Operation in den Tumor zu injizieren. Parvoviren vermehren sich nur in den Tumorzellen, was gerade beim Glioblastom mit seinem diffusen und aggressiven Wachstum für den Behandlungserfolg wichtig ist.

Die Forscher hoffen zudem auf einen hilfreichen Nebeneffekt: Wenn die Viren die Tumorzellen zerstören, werden Bruchstücke von Zellen und Viren frei. Diese könnten zusätzlich das Immunsystem aktivieren, das sich daraufhin verstärkt gegen die Krebszellen richten könnte.

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Viren - besser als ihr Ruf
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