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Wissenschaft am Donnerstag
Um 20.15 Uhr sehen Sie die Dokumentation:
© Klett-Cotta Lupe
"LSD-Psychotherapie"
Stanislav Grofs klinische Studien
Die erstmals 1983 erschienene Publikation LSD-Psychotherapie summiert die Resultate vierundzwanzigjähriger klinischer Studien des tschechischen Psychotherapeuten Stanislav Grof mit der halluzinogenen Substanz Lysergsäurediethylamid - kurz: LSD - in einer Zeit, in der eine psychedelische Forschung praktisch nicht existierte und die Gesetzgebung jegliche Studien mit dem psychotropen Rauschgift zu untersagen versuchte.
Wider der radikalen Anti-Drogenpropaganda wuchs die Zahl derer, die illegal mit der seit 1938 bekannten chemischen Substanz experimentierten, rasch an. Für Konsumenten und ihre Angehörige, aber auch für Juristen oder behandelnde Ärzte wichtige Informationen über kurz- wie langfristige Wirkungen des LSD waren schwer bis gar nicht zugänglich und größtenteils einseitig voreingenommen. Der Einsatz von LSD in der psychiatrischen Praxis beschränkte sich ob mangelnder Kenntnis und Befangenheit auf eine bloße wie wirkungslose Verabreichung der Substanz an vornehmlich schizophrenen Patienten.

Vor diesem Hintergrund begann Stanislav Grof gegen Ende der 1960er Jahre, die Wirkungen der Droge sowie konstante Verläufe ihres Erlebens in zahlreichen psychotherapeutischen Einzelsitzungen zu dokumentieren und ihre revolutionäre Bedeutung als einen die bloße pharmakologische Droge übersteigenden therapeutischen Arzneistoff zu definieren. Er unterscheidet im Wesentlichen vier nacheinander ablaufende Phasen des Erfahrens: eine physiologisch bestimmte abstrakt-ästhetische ohne Bezug zum Individuum und seinem Unbewusstsein, die persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen zu Grunde liegende psychodynamische wie perinatale Phase und schließlich transpersonale Erfahrungen, deren spiritueller Charakter einen heilsamen und richtungsweisenden Einfluss auf den Patienten auszuüben vermag.

Erkenntnisse von fundamentaler Bedeutung
Grofs Erkenntnisse in der psychedelischen Forschung galten als von fundamentaler Bedeutung für die Revision wissenschaftlicher Paradigmen und theoretischer Konzepte zur menschlichen Psyche und lieferten neuartige Einsichten in die Strategien und Ziele der Psychotherapie, die Mechanismen therapeutischer Persönlichkeitswandlungen und den Einfluss der Spiritualität im menschlichen Leben.

In seiner Publikation bietet Stanislov Grof Wissenschaftlern und interessierten Laien eine ausführliche und differenzierte Auseinandersetzung mit der Geschichte, Problematik, Theorie und Praxis der LSD-Therapie. Er konzentriert sich, nach einer Einführung in die Geschichte wie Wirkungsweise des LSDs, auf die praktischen Aspekte der von ihm entwickelten therapeutischen Vorgehensweise von der Vorbereitung des Patienten, der Methodik der Durchführung von Sitzungen, Indikationen und Gegenindikationen bis hin zu einer detaillierten Ausführung therapeutischer Resultate sowie dem Problem temporärer Komplikationen und langfristiger Nebenwirkungen.

Sendedaten
scobel
donnerstags, um 21 Uhr, in 3sat
Sendung zum Thema
© colourbox"Highlung" durch Drogen?
Info
LSD-Psychotherapie
Stanislav Grof
Klett-Cotta 2000
ISBN-13: 978-3608940176