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Operation Artischocke
Die Menschenversuche der CIA
Am Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 stoßen amerikanische Truppen bei der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau auf unzählige Leichen ermordeter oder verhungerter Insassen. Viele der Überlebenden berichten den Befreiern von grausamen Experimenten der KZ-Ärzte mit Krankheitserregern und Drogen.
Wenige Wochen später wird die wissenschaftliche Elite des Nationalsozialismus auf Schloss Kransberg im Taunus inhaftiert und verhört. Unter den Gefangenen sind auch jene Experten für die biologische Kriegsführung, die in Dachau die Wirkung tödlicher Keime und Drogen an Menschen erprobten. Einige von ihnen werden in den Nürnberger Prozessen freigesprochen, obwohl genügend Beweise gegen sie vorliegen. Doch die Amerikaner haben etwas Anderes mit ihnen vor.

Eine "Abteilung für schmutzige Tricks"
1952 treffen im IG-Farben-Haus in Frankfurt, dem Sitz der CIA, die Geheimagenten der "Abteilung für schmutzige Tricks" zum wichtigen Meeting ein. Mit dabei ist auch Dr. Frank Olson, einer der verantwortlichen amerikanischen Forscher für B-Waffen-Experimente und seit kurzem ein CIA-Mitarbeiter. Besprochen wird das strenggeheime Projekt mit dem Decknamen "Artischocke", ein Vorhaben, an dem die Naziverbrecher beteiligt werden sollen.

Am Rande vom Taunus besitzt die Abteilung der CIA ein verborgenes Verhörzentrum mit Namen Camp King, in dem deutsche und russische Spione und Überläufer inhaftiert sind. Hier beginnen die ersten Menschenversuche der CIA zu Gehirnwäsche und Verhörmethoden mit verschiedenen Drogen, Elektroschocks und Folter.

Experimente der Nazis werden fortgesetzt
Ziel der Experimente ist es, den menschlichen Verstand zu manipulieren und den Opfern Geheimnisse zu entlocken. Danach soll ihr Gedächtnis gelöscht werden, damit sie sich an das Geschehene nicht erinnern. Viele der Versuchsopfer sterben dabei oder begehen Selbsttötung. Mit ihren Drogenexperimenten setzt die CIA skrupellos jene Experimente der Nazis fort, von denen sie bei der Befreiung des KZ-Dachau erfahren hat. Frank Olson wohnt den grausamen Menschenversuchen bei und ist schockiert. Obwohl es ihm verboten ist, über die Versuche zu reden, vertraut er sich seinem besten Freund an.

1953 lädt die CIA mehrere ihrer Mitarbeiter zu einem Meeting nach Maryland ein. Es geht um die Operation Artischocke. Tatsächlich sollen die Teilnehmer - darunter Frank Olsen - ohne ihr Wissen unter LSD gesetzt werden. Olson ahnt danach, dass die CIA geprüft hat, ob er die geheimen Menschenexperimente verraten könnte und dass sie in den USA weitergeführt werden. Er will die Mitarbeit bei der CIA beenden. Stattdessen wird er, kurz nach dem LSD-Experiment, nach New York geschickt. Hier soll er wegen Depressionen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Ein Tag später stürzt Frank Olson aus dem 13. Stockwerk eines New Yorker Hotels. Offiziell ist es Suizid. Ein Suizid mit Fragezeichen.

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