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© s.fischer Lupe
Buchcover: "Sklaverei!
"Sklaverei" von Lydia Cacho
Ein Buch über den weltweiten Menschenhandel
In "Sklaverei" beschreibt Lydia Cacho, wie Kinder und Frauen durch Prügel, Zwang oder Vergewaltigung gefügig gemacht werden. Sie beschreibt das Milliardengeschäft hochdetailliert und ohne zu dramatisieren. Für ihr Buch musste die engagierte Autorin Undercover-Rechcherchen im Stile Günter Wallraffs durchführen. Seitdem ist sie massiven Drohungen ausgesetzt.
Ihre Nachforschungen führten sie unter anderem in die Türkei, nach Israel, Palästina, Japan, Kambodscha, Birma und Argentinien. Noch nie waren in der Menschheitsgeschichte Sklaverei und Menschenhandel so verbreitet, wie heute. Der Profit an diesem schmutzigen Geschäft ist wesentlich höher als der aus dem weltweiten Drogenhandel.

"Birmenische Frauen, die in Thailand im Exil leben, beschreiben die Vergewaltigungen durch die Soldaten. Noch im siebten Monat ihrer Schwangerschaft werden Frauen von bis zu 50 Soldaten vergewaltigt. Opfer, die sich widersetzen oder für die Soladten uninteressant geworden sind, werden einfach ermordet. (…) Um es auf den Punkt zu bringen: Birma ist eine Konzentrationslager für Frauen."

Hauptsache billig
Doch Cachos Buch entlarvt nicht nur den bewussten Einsatz von Vergewaltigungen in Kriegen, sondern auch das Bedürfnis der westlichen Gesellschaft, billige Produkte zu kaufen - egal, ob diese durch Ausbeutung wie Kinderarbeit hergestellt wurden.

"Der Menschenhandel, der in 175 (!!!) Ländern der Erde dokumentiert ist, legt die Schwächen des globalisierten Kapitalsimus genauso bloß wie die Ungleichheiten, die durch die wirtschaftlichen Spielregeln der Mächtigen entstehen."

Experten schätzen, dass es beim Menschenhandel zu 79 Prozent um Prostitution (auch von Kindern), zu 18 Prozent um Zwangsarbeit und zu drei Prozent um Hausklaverei geht. Der Organhandel ist ebenfalls ein sehr einträgliches Geschäft. Wenden sich die Opfer in ihrer Not doch einmal an die Polizei, erfahren sie auch dort oft keine Unterstützung. In Japan beispielsweise werden die Opfer von Sexsklaverei gern in aller Öffentlichkeit erniedrigt.

Lydia Cachos engagierte Recherche zur Sklaverei ist sowohl besonders interessant für diejenigen, die sich fragen, woher der Wohlstand kommt, in dem sie leben, als auch für diejenigen, die noch in der Schule gelernt haben, dass die Sklaverei eigentlich abgeschafft und unter Strafe gestellt ist.

Sendedaten
Sendung zum Thema
© dpaSklaverei heute
Sendung zum Thema
© dpaSex gegen Geld
Prostitution in Deutschland
Informationen zu Lydia Cacho
Mit ihren Undercover-Recherchen, u.a. verkleidet als Prostituierte, begibt sich Lydia Cacho auf dünnes Eis. Nachdem sie in Spanien und in Mexiko immer wieder Morddrohungen erhalten hat, fordert die Menschenrechtsorganisation Amnesty International mehr Schutzmaßnahmen für die Journalistin von Regierungsseite.
Info
Lydia Cacho
"Sklaverei: Im Inneren des Milliardengeschäfts enschenhandel"
S. Fischer 2011
ISBN-10: 3100100107ISBN-13: 978-3100100108