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Wissenschaft am Donnerstag
Um 20.15 Uhr sehen Sie die Dokumentation:
© dpa Lupe
"Verschlossene Auster" für Stromkonzerne
Auszeichnung für Lobbyismus und das Herunterspielen von Unfällen
Kritik an der Informationspolitik der Atomindustrie und Selbstkritik wegen unkorrekter Abrechnungen hat das Jahrestreffen der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche in Hamburg geprägt. Das Netzwerk Recherche verlieh den vier großen Atomkraftwerksbetreibern RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW den Negativpreis "Verschlossene Auster".
Diese zum zehnten Mal vergebene "Auszeichnung" gilt normalerweise dem "Informationsblockierer des Jahres". Für die Jury sagte Heribert Prantl jedoch, die Atomkonzerne hätten nicht abgeblockt, sondern "kommuniziert wie die Teufel", aber das Falsche, nämlich "gefährlich einseitige, marktmächtige Informationen". Die Auszeichnung gebe es für den Lobbyismus, das Platzieren ihrer Leute an den "politischen Schaltstellen", das Herunterspielen von Unfällen und die "schleichend-beschönigende Beeinflussung der politischen Sprache".

"Gegen einseitige, marktmächtige Informationen"
Alle Konzerne hatten einen Vertreter zur Entgegennahme des Antipreises geschickt. In seiner Widerrede sagte E.ON-Sprecher Guido Knott, die Jury habe ihre eigenen Kriterien aus politischen Erwägungen verraten. Die Konzerne hätten lediglich eine abweichende Position vertreten, sich jedoch nicht verweigert oder blockiert, sondern ihren Standpunkt offen und transparent deutlich gemacht. Knott erklärte, er nehme den Preis nur entgegen, jedoch nicht an.

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