Dem Soziologen Niklas Luhmann zufolge ist die romantische Liebe ein "neues" Phänomen - genauer ein Phänomen der Moderne. Von der Minne und von den fest gelegten Formen etwa der ständischen Beziehungen unterscheidet sich die romantische Liebe, indem sie unter anderem die Idee der Liebesheirat und der Leidenschaft in den Vordergrund rückt. In gewisser Weise wird die Idee der romantischen Liebe zur Leitidee für die bürgerliche Ehe. Sie ist im wahrsten Sinn des Wortes eine Hochzeit - nicht nur der Gefühle, sondern auch der intellektuellen Auseinandersetzung. Der "Liebescode" seinerseits ist jedoch nicht von den sozialen Bedingungen der Moderne, Technisierung und sich entwickelnder Kapitalismus, zu trennen.