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Wissenschaft am Donnerstag
Um 20.15 Uhr sehen Sie die Dokumentation:
© dpa Lupe
Auch außerhalb seiner Bäckerei kann man einen Bäcker anhand seiner ganz persönlichen "Mehl-Staubwolke" identifizieren.
Wir alle stauben
Jeder ist von seiner ganz eigenen, verräterischen Wolke umgeben
Staub ist unser ständiger Begleiter und macht uns einzigartig. Denn jeder Mensch ist umhüllt von seiner individuellen Wolke aus Staubpartikeln, seiner "Personal Cloud". Amerikanische Wissenschaftler sagen dazu auch "Pigpen Effect", angelehnt an die Peanuts-Komikfigur Pigpen.
Die "Personal Cloud" wird von vielen Faktoren bestimmt. Einer ist der Arbeitsplatz: So schwirren in der persönlichen Wolke eines Bäckers Unmengen von Mehlstäuben, den Holzfäller dagegen umgeben Schwärme von Holzpartikeln. Auch passionierte Zeitschriftenleser sind leicht zu erkennen, weil der Anteil an winzigen Porzellanerdepartikeln in ihrer persönlichen Staubwolke besonders hoch ist. Das Mineral Kaolin wird als Füllstoff und Aufheller für bedrucktes Papier verwendet.

Lebensweise und Gewohnheiten = Personal Cloud
Die Zusammensetzung unserer "Personal Cloud" hängt also stark von Lebensweise und Gewohnheiten ab. Zigarettenrauch bleibt hartnäckig an uns haften und auch das Kochen produziert, durch das oft hektische Hantieren am Herd, sehr viel Staub. Wir nehmen jedoch nicht nur den Staub in unserer Umgebung auf, sondern geben auch zeitgleich reichlich Staubpartikel ab, die wiederum mit den Staubpartikeln der Umwelt in Verbindung treten.

© mev Lupe
Textilfasern haben großen Einfluss auf unsere "Personal Cloud"
Jeder Schritt und jeder Handgriff, den wir tun, wirbelt den Staub in unserer Umgebung auf, so dass dieser den Charakter unserer persönlichen Staubwolke mitbestimmt. Egal ob Putz- oder Kosmetikprodukte - alles, mit dem wir in Berührung kommen, beeinflusst unsere "Personal Cloud". Vor allem Textilfasern aller Art haben enormen Einfluss auf die individuelle Staubwolke. Wir sind ständig umgeben von Stofffusseln, die wir mit bloßem Auge nicht sehen können.

Ständig und überall hinterlassen wir Spuren
Staub-Spuren, die ein Täter am Tatort hinterlässt, können so charakteristisch sein wie ein Fingerabdruck. Das machen sich die Ermittler des Bundeskriminalamtes zunutze. Sie untersuchen mit der Klebebandmethode Kleidungsstücke auf Staubpartikel. Etwa 90 Prozent der Partikel haften auf dem Klebeband. Die Kriminaltechniker markieren verschiedene Fasern auf den Klebebändern, die sie dann unter einem Mikroskop untersuchen.

Kriminaltechniker Dr. Steffen Dillinger vom BKA Wiesbaden sagt: "Wir überprüfen, ob sich an der Bekleidung des Opfers Fasermaterialen des Tatverdächtigen feststellen lassen. Dabei untersuchen wir verschiedene Parameter wie das Material der Fasern, die Morphologie und die Fasereinfärbung." Der letzte Vergleich erfolgt mit einem Doppelmikroskop. Damit können die Kriminaltechniker die Proben von Täter und Opfer gleichzeitig betrachten und Übereinstimmungen feststellen. Handfeste Beweise durch unsere persönliche Wolke.

Sendedaten
"scobel"
immer donnerstags um 21 Uhr in 3sat
Sendung zum Thema
© dpaStaub ist überall - Ein Blick auf die feinsten festen Teilchen